Wahlkampf im Park

Da sitzt man so im Park und genießt die Sonne. Rumgammeln also. Auf den Bänken neben mir ein Mann und dahinter ein junges Mädchen. Zwei Personen nähern sich. Eine Frau und ein Mann. Beide in den 40-igern. Unauffällig in Kleidung und Verhalten. Ein Hauch von Zeugen Jehovas liegt in der Luft. Sie schieben einen Kinderwagen vor sich her. Ein Liebespaar? Am Kinderwagen sind rote Luftballons angebracht.
Aufgedruckt 3 Buchstaben: SPD. Wahlkampf also. Sie kommen näher. Angst durchflutet meinen Körper. Gottseidank unbegründet. Die beiden sind nett. „Können wir Ihnen ein Wassereis und Wahlkampfmaterial anbieten?“ Ich bleibe freundlich. „Vielen Dank, ich habe meine Wahl bereits getroffen.“ Sie ziehen weiter. Der Mann neben mir spricht kein Deutsch. Abgeblitzt. Die Frau daneben will auch kein Eis. Merkwürdig bei der Hitze. Sie kommen zurück. Mitleid steigt in mir auf. „Einen Moment. Da niemand Ihr Eis will, nehme ich jetzt eins.“ Gesagt getan. Ich bekomme Eis, Broschüren und Kugelschreiber überreicht. Wir plaudern zum Abschied. Große Fußabdrücke, die der Wowereit hinterlässt. Es wird schwer. Ich drücke meine Bewunderung für diejenigen aus, die sich in der Politik engagieren. Werden ja auch immer weniger. Ich wünsche den beiden und der SPD viel Glück. Wir verabschieden uns in bestem Einvernehmen. Ich gucke auf die Broschüre und erstarre: die Frau ist meine eigene Bezirksbürgermeisterin und ich habe sie nicht erkannt. Wie peinlich. Also, viel Glück Frau Birgit Monteiro! Mein Fazit: geht wählen! Ist eh Dreckwetter morgen.
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