Asylbewerber warten mittlerweile sechs Wochen auf Untersuchung

Lichtenberg. Das Zentrum für tuberkuloskranke und -gefährdete Menschen soll eine Ausbreitung der Infektion verhindern. Doch wegen Personalnotstands warten viele Menschen wochenlang auf die Untersuchung.

Seit Beginn des Jahres 2009 ist das Zentrum für tuberkulosekranke und -gefährdete Menschen in der Deutschmeisterstraße 24 für ganz Berlin zuständig: Dort untersuchen Ärzte etwa Asylbewerber auf Tuberkulose und andere Lungenkrankheiten, beraten Betroffene und Angehörige. Die Zahl der Neuerkrankungen mit dieser bakteriellen Infektionskrankheit steigt seit Jahren, wie Gesundheitsstadträtin Christina Emmrich (Linkspartei) erklärt. "Während 2009 noch 254 neu entdeckte Fälle vorlagen, werden wir dieses Jahr schätzungsweise auf über 330 neu entdeckte Fälle kommen." Doch weil in der TBC-Stelle Personalnotstand herrscht, könne eine Ausbreitung von Tuberkulose im öffentlichen Raum und speziell in den Gemeinschaftseinrichtungen für Asylbewerber nicht ausgeschlossen werden. So heißt es in einem offenen Brief der Bezirksverordneten aller demokratischen Parteien der BVV. Nach einem Beschluss in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 20. September soll der Brief an die zuständigen Senatsverwaltungen gehen. Amtsärztin Claudia Wein: "Die Mitarbeiter zeigen vollen Einsatz, aber die komplette Untersuchungsleistung gerade für die Asylbewerber leidet."Diese Gruppe muss gesetzlich innerhalb von drei Tagen untersucht werden. Ohne den Untersuchungsbescheid können Asylbewerber keine Gemeinschaftseinrichtung beziehen. Im Moment müssen diese Menschen bis zu sechs Wochen auf die Untersuchung warten. "Wir haben derzeit eine ganz gefährliche Situation", sagt Fritz Wolff (SPD), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses. Wolff schließt eine epidemische Ausbreitung der Infektionskrankheit gerade in Gemeinschaftseinrichtungen nicht aus. "Wir brauchen mehr Personal." Ende des Jahres soll die Röntgenanlage in der Einrichtung erneuert werden. Das Land Berlin finanziert die neue Technik mit über einer Million Euro. Derzeit arbeiten im Tuberkulosezentrum 22 Mitarbeiter. Während der Umbauarbeiten soll ein Röntgenbus im Hof die Versorgung sichern.


Karolina Wrobel / KW
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