Bürgermeister vergibt Preis für Demokratie und Zivilcourage

Lichtenberg. Die Jugendlichen aus dem Jugendclub "Leos Hütte" und ein Lichtenberger Hauseigentümer bekamen jetzt für ihr politisches Engagement den Preis für Demokratie und Zivilcourage.

Wie engagiert Jugendliche sein können, das zeigt eine Gruppe aus dem Jugendclub "Leos Hütte" in Hohenschönhausen seit mehreren Jahren. Zuletzt haben sie mit der Kunstaktion "Birken aus Birkenau" 2012 ein Zeichen des Gedenkens gesetzt. Gemeinsam mit einem polnischen Künstler pflanzten sie Birken, die aus der Umgebung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau stammten. Doch der Gedenkort an der Gehrenseestraße, unweit ihres Clubs im Welsekiez, blieb nicht lange unversehrt. Unbekannte rissen die Birken aus.

Die Jugendlichen reagierten nicht nur mit Protestplakaten, sie erneuerten den Gedenkort - diesmal jedoch an einer anderen Stelle. Im Frühjahr 2013 pflanzten sie neue Birken am Quartierspark Warnitzer Bogen. Doch auch dort verschandelten Unbekannte die Gedenktafel mit rechtsextremen Aufklebern. Im Oktober pflanzten die jungen Leute die Birken zum dritten Mal. Ihr unermüdliches Engagement und ihr Geschichtsbewusstsein beeindruckte Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). Er zeichnete die Jugendlichen jetzt mit dem Lichtenberger "Preis für Demokratie und Zivilcourage" für 2014 aus. Zu den Preisträgern vergangener Jahre zählen Persönlichkeiten wie die Politikerin Vera Lengsfeld, die den Preis als Vertreterin des Fördervereins der Gedenkstätte Hohenschönhausen bekam. Mit dem Preis will der Bezirk zusammen mit couragierten Bürgern gegen Rechtsextremismus in Lichtenberg ankämpfen. Dass dies noch notwendig ist, zeigt der Fall der Lückstraße 58. Vor über zwei Jahren hatten sich dort unter einem Tarnverein Neonazis eingemietet. Nicht nur das benachbarte Kant-Gymnasium und Anwohner protestierten. Auch der Besitzer des Ladengeschäfts, Hans-Joachim Goerke, versuchte lange, die unerwünschte Mieterschaft über den Rechtsweg loszuwerden. Ende 2013 der juristische Erfolg: Im Mai müssen die Neonazis ausziehen. Goerke erhielt den zweiten Preis für Demokratie und Zivilcourage.


Karolina Wrobel / KW
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