Ideen für die Frankfurter Allee Nord vorgestellt

Viele Menschen konnten aufgrund des Platzmangels am Bürgerforum nicht teilnehmen. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. In den kommenden zehn Jahren sollen etwa 25 Millionen Euro aus dem Fördermittelprogramm Stadtumbau Ost in das Gebiet nördlich der Frankfurter Allee fließen.

Umgesetzt werden sollen dabei Konzepte zu Verkehr, Energie, Lärm und einer neuen Nutzung des ehemaligen Geländes des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Das Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord ist mit seinen 25 Hektar das kleinste Sanierungsgebiet in Berlin. Das Gebiet umfasst drei sogenannte Inseln: die ehemalige Zentrale des MfS, ferner das Gebiet um die Siegfriedstraße, Frankfurter Alle und Gudrunstraße sowie das Areal an der Rüdigerstraße. Sie sollen künftig aufgewertet werden. Die formale Festlegung als Sanierungsgebiet erleichtert es dabei, auf Fördermittel zurückzugreifen. Auf dem Bürgerforum am 25. Januar wurden nun viele der geplanten Veränderungen vorgestellt. So sollen die Mängel an öffentlichen Spielplätzen und an den öffentlichen Wegen behoben werden, um die Lebensqualität für die Anwohner zu steigern. Von zentraler Bedeutung ist auch das Verkehrskonzept, das derzeit von Ingenieuren für Verkehrs- und Straßenwesen erarbeitet wird. "In den Gebieten herrscht ein hoher Parkdruck", sagt Ingenieur Uwe Frost. Die rund 5500 Stellplätze sind oft vollkommen ausgelastet.

Deshalb wird für das Verkehrskonzept noch aktuell diskutiert, inwiefern es künftig eine Parkraumbewirtschaftung geben könnte. Zudem könnte ein Leitsystem den Park-Such-Verkehr am Oskar-Ziethen-Krankenhaus "deutlich einschränken", so Frost. Auch das Radwegenetz und die Situation für Fußgänger sollen verbessert werden.

Gleichzeitig soll das Gebiet um die Frankfurter Allee Nord ein "ökologisches Modellgebiet" werden, informierte Kai Reichelt von der Stattbau Berlin Stadtentwicklungsgesellschaft mbH. Künftig sollen Hauseigentümer bei der Sanierung Tipps und Vorschläge erhalten. Aktuell werden die Eigentümer von mehr als 530 Häusern im Gebiet zum gegenwärtigen Zustand befragt. "Ziel ist eine ökologische energetische Veränderung, die auch soziale Aspekte berücksichtigt", so Reichelt.

Um mehr Ruhe im Wohngebiet geht es bei der Lärmaktionsplanung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. "Gerade in den Gebieten an der Rhinstraße, an der Atzpodienstraße und an der Ruschestraße befinden sich sogenannte Lärm-Hotspots", erklärte die Expertin Dorothea Salz.

Zusammen mit den Anwohnern sollen nun in einer eigenen Bürger-Lärmwerkstatt am 13. Februar diese und andere lärmbelastete Orte im Gebiet ausgemacht und Lösungen diskutiert werden. Die Veranstaltung findet ab 18 Uhr im Raum 223 im Rathaus Lichtenberg in der Möllendorffstraße 6 statt. Um Anmeldung unter laermwerkstatt@leises.berlin.de wird gebeten.

Am 13. März soll schließlich die 1. Frankfurter-Allee-Nord-Konferenz im Kreativgymnasium in der Rüdigerstraße 76 für einen vertieften Austausch zwischen Anwohnern und Planern sorgen. Diese Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Weitere Informationen zu den Vorhaben im Sanierungsgebiet gibt es im Vor-Ort-Büro der Gebietsbeauftragten "Stattbau" in der Hagenstraße 57 oder unter www.stattbau.de. Das Büro ist dienstags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Karolina Wrobel / KW
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