Im Bezirk können noch etwa 9500 Wohnungen gebaut werden

Lichtenberg. Der Bezirk wird bei Investoren immer beliebter. Für eine bessere Koordination des Wohnungsbaus will das Bezirksamt sorgen. Ersten Schätzungen zufolge gibt es in Lichtenberg Platz für den Neubau von 9500 Wohnungen.

Das Bezirksamt hatte ein Planungsbüro beauftragt, noch ungenutzte Potenziale zu benennen. "Dabei geht es nicht nur um große Flächen, sondern vor allem um kleinere Lückenschließungen", sagt Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Die in Auftrag gegebene Studie ist zwar noch nicht abgeschlossen. Doch schon jetzt liegt diese erste Schätzung vor: 9500 Wohneinheiten. Mittelfristig geht das Bezirksamt davon aus, dass etwa 5000 neue Wohnungen geschaffen werden könnten. In dieser Legislaturperiode hat sich der Senat zum Ziel gesetzt, rund 30 000 neue Wohnungen in Berlin zu schaffen. Lichtenberg soll dazu einen Beitrag leisten. Im vorigen Jahr wurden rund 850 neue Wohneinheiten fertiggestellt.

Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) hat mit dem "Bündnis für Wohnen" ein Instrument geschaffen, das in Zukunft die Entwicklung des Angebots an Wohnraum steuern soll. Diesem Bündnis aus privaten und städtischen Akteuren der Wohnungswirtschaft soll die Studie eine Hilfe für weitere Investitionen sein. Die acht Bündnispartner wollen in diesem Jahr mehr als 1470 Wohneinheiten in Lichtenberg schaffen.

Nicht selten ist die Bauabsicht eines Investors in der Vergangenheit verpufft. Ein Problemfall ist bis heute etwa das Areal der ehemaligen Ausländerwohnheims an der Gehrenseestraße. Der Eigentümer Lakis GmbH wollte die Häuser ursprünglich sanieren. Jetzt werden sie Stück für Stück verkauft (die Berliner Woche berichtete).

"Das ist bedauerlich angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt. Hier wären bis zu 500 Wohneinheiten möglich", so Nünthel. Ungenutzt sind zudem etwa 170 Wohnungen rund um die Frankfurter Allee, Ruschestraße und Dottistraße. Auch hier wollte der Eigentümer etwas bewegen und ging stattdessen in die Insolvenz.

"Es gibt Kaufinteressenten", weiß Nünthel. Eine Zwangsversteigerung der zum größten Teil leer stehenden Gebäude sei jedoch nicht in Sicht.


Karolina Wrobel / KW
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