In den vergangenen zwölf Monaten ist viel passiert im Bezirk (I)

Das Bündnis für Wohnen verpflichtet auch die WGLi, deren Vorstandsmitglied Clemens Thurmann (links) die Vereinbarung unterschreibt. (Foto: Wrobel)
 
Mitarbeitern des Bezirksamt protestieren gegen die Personalabbau. Vergebens, das Abgeordnetenhaus beschließt trotzdem, 300 Stellen zu streichen. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. 2012 war ein bewegtes Jahr. Die wichtigsten Ereignisse in Ihrem Kiez und im Bezirk haben wir für Sie in diesem Jahresrückblick festgehalten.

Januar: Das Jahr beginnt mit einer angespannten Haushaltslage im Bezirk. Denn wie viel Geld für die Haushaltsplanung 2012/2013 den Bezirken durch den neu gebildeten Senat zugewiesen werden wird, ist unklar. Deshalb kann der Bezirk notwendige Baumaßnahmen, etwa an Schulen, nicht angehen.An der Bahnbrücke in Karlshorst sind die Bauarbeiten im vollen Gange: Die Brücke wird von 15 auf 31 Meter aufgeweitet, eine Haltestation der Tram soll darunter Platz finden. Die Arbeiten sollen noch bis Ende 2015 andauern.

Februar: Das Theater Karlshorst soll ein "Kreativwirtschaftszentrum" werden. Darauf einigen sich Howoge und Bezirksamt. Ein neues Nutzungskonzept soll auch die Einrichtung von Büros im Gebäude ermöglichen. Das Vorhaben läuft allerdings ins Leere. Bis heute gibt es keinen neuen Nutzer.

Das Kinder- und Jugendkrankenhaus Lindenhof beginnt mit seinem Umzug in die Fanningerstraße 32. Auf dem Areal an der Gotlindestraße will die Howoge ein neues Wohngebiet errichten.

März: Der Bezirk kündigt an, die steigenden Honorarmittel für die Schostakowitsch-Musikschule zu kappen. Die Einrichtung soll die fehlenden 200 000 Euro selbst erwirtschaften. Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt, die musikalischen Angebote wenigstens auf dem Niveau von 2011 zu halten.

In einer Sondersitzung beschließt die Bezirksverordnetenversammlung den Haushalt 2012/2013. Der von Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) vorgelegte Haushalt ist zwar ausgeglichen, doch bei der Musikschule verzichtet man auf eine Aufstockung der Honorarmittel, im Jugendetat wird umgeschichtet.

April: Die Mieter der GSW Immobilien AG im Weitlingkiez werden mit der Modernisierung der Wohngebäude in der Irenenstraße, Frieda- und Metastraße konfrontiert. Das Bezirksamt will für eine sozialverträgliche Sanierung sorgen und verhandelt mit der GSW. Die lehnt eine solche Vereinbarung ab.

Mai: Das neue Kulturhaus Karlshorst wird am alten Standort in der Treskowallee 112 eröffnet. Eine neue Galerie gehört ebenso dazu, wie ein Saal mit fast 200 Plätzen. Rund 160000 Euro investierte der Bezirk allein in die Licht- und Tontechnik.

Das Bezirksamt räumt mit dem Wildwuchs der Altkleidercontainer auf. Nur wenige der aufgestellten Altkleidercontainer sind gemeinnützig. Das Amt fordert Dutzende Firmen auf, die 475 illegal aufgestellten Container zu entfernen.

Juni: Die Bezirksverwaltung arbeitet an ihren Grenzen, die Mitarbeiter beklagen in einem offenen Brief die Arbeitsverdichtung. Dazu kommt Überalterung. Der Altersdurchschnitt in der Lichtenberger Verwaltung beträgt 49 Jahre. Die Pläne des Senats, in den kommenden Jahren über 300 Stellen zu sparen, lösen im Bezirksamt und in der Bezirksverordnetenversammlung Entrüstung aus.

Juli: Mit dem Abbruch der Eisenbahnbrücke am Bahnhof Karlshorst drohen auch historische Zeugnisse zu verschwinden: Die gusseisernen Pendelstützen sind dabei ein stilprägendes Element der Berliner Eisenbahnarchitektur im ausgehenden 19. Jahrhundert. Zwei dieser sogenannten Hartungschen Säulen, fünf dazugehörige Füße und sechs genietete Kastenstützen werden vom Bezirksamt eingelagert und für eine spätere Aufstellung verwahrt.

August: Die BVV-Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Bündnis 90/ Grüne beschließt ein neues Finanzmodell für die Jugendarbeit im Bezirk. Das sieht mehr Ehrenamt und mehr Honorarkräfte im Jugendbereich vor, zudem sollen Familien mehr gefördert werden.

Die Initiative "Licht an im Hubertusbad" sorgt mit einem Protestplanschen für Aufsehen. Das Bad müsste für etwa 25 Millionen Euro saniert werden. Doch ein Investor fehlt.

September: Der Bau der Kreuzung an der Buchberger Straße/ Frankfurter Allee rückt in greifbare Nähe. Das Bezirksamt einigt sich mit dem Projektentwickler Ulrich und Lakomski, der die Kosten in Höhe von etwa 800 000 Euro übernehmen will. Künftig soll auch das Linksabbiegen auf die B1/5 von der Buchberger Straße aus möglich sein. Die Kreuzung wird voraussichtlich 2014/2015 fertig sein.

Mit einer Grundsteinlegung wird das Bauprojekt der Gartenstadt Karlshorst begonnen. Es gehört zu den größten Wohnbauprojekten in Berlin: An der Zwieseler Straße sollen in den kommenden Jahren auf etwa 40 Hektar Fläche rund 1300 Wohnungen in unterschiedlichen Haustypen entstehen.

Oktober: Die Elternvertretung der Grundschule Karlshorst in der Lisztstraße fordert Gefahrenabwehr für das noch unsanierte Schulgebäude und die Turnhalle. Die für die Sanierung des Schulgebäudes nötien 2,5 Millionen Euro sind jedoch da. "Als erstes müssen wir die Schulpflicht sicherstellen", argumentiert die Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD). Bis 2016 fehlen im Bezirk fünf Grundschulen.

November: Der Energiekonzern Vattenfall kippt seine Pläne für die Erneuerung des Braunkohlekraftwerks in Rumelsburg. Ursprünglich sollte ein Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk die Anlage ab 2016 ersetzen. Der Bau verzögert sich bis voraussichtlich 2020.

Kinder und Jugendliche wollen nicht, dass der Jugendclub "Magdalena" in der Buchberger Straße 4-12 schließt. Das Jugendamt wollte dem Club das Budget streichen, was der Jugendhilfeausschuss verhinderte. Für 2013 wurden allerdings lediglich 40 000 Euro bewilligt, in der Vergangenheit erhielt die Einrichtung 117 000 Euro.

Dezember: Mit dem Bündnis für Wohnen soll mehr bezahlbarer Wohnraum im Bezirk geschaffen werden. Acht Partner, darunter die Wohnungsbaugesellschaft Howoge und mehrere private Investoren wie die Moritz Gruppe GmbH unterzeichnen eine Vereinbarung. Sie verpflichten sich, Wohnungen anzubieten, die auch für ALG-II-Empfänger erschwinglich sind. Damit ist Lichtenberg der erste Bezirk in Berlin, der eine solche Vereinbarung abschließt.


Karolina Wrobel / KW
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