Keine Erklärung für Erkrankungen der Mitarbeiter in Alt-Friedrichsfelde 60

Friedrichsfelde. Ist der Verwaltungsstandort in Alt-Friedrichsfelde 60 mit Schadstoffen belastet? Die Piraten Lichtenberg wollen herausfinden, was hinter den gesundheitlichen Beschwerden der Mitarbeiter steckt.

Der Verwaltungsstandort wird sowohl vom Bezirksamt, als auch von der Senatsverwaltung für Finanzen, die für das dort ansässige Finanzamt Lichtenberg zuständig ist, genutzt. Unter anderem sitzen dort das Lichtenberger Sozialamt und das Stadtentwicklungsamt. Nach einer Sanierung wurde das Gebäude im Oktober 2012 neu bezogen. Hauptgrund für die Sanierung war eine Schadstoffbelastung. Aus den Fußböden dünstete giftiges Naphthalin aus. Eine gasdichte Folie soll das seitdem verhindern. Im Februar 2013 berichtete die SPD-Bezirksverordnete Anne Meyer von ihrer Beobachtung im Finanzamt. Einige Mitarbeiter hätten sich in ihrem Beisein Atemschutzmasken aufgesetzt (die Berliner Woche berichtete). Finanzamtsvorsteher Dieter Stiebler tat diese Beobachtung in seiner damaligen Mitteilung an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) als Fantasie ab. Er bestätigte aber, dass gesundheitliche Beschwerden der Finanzamtmitarbeiter bekannt seien. In der Sitzung der BVV vom 21. März forderten nun die Piraten Lichtenberg Auskunft vom Bezirksamt. Noch immer seien Mitarbeiter des Bezirksamts krankgeschrieben, einige bemühen sich um eine Versetzung, so die Begründung der Anfrage des Piraten Marvin Hemmerlein.

"Seit dem Jahr 2009 sind die Beschwerden aktenkundig", informierte Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). "Selbstverständlich gab es immer wieder gesundheitliche Untersuchungen unserer Mitarbeiter", so Geisel. Sie litten oft unter Reizhusten oder Augenreizungen. Im Ergebnis der Untersuchungen wurden die Beschwerden mit "trockener Raumluft, Überheizung im Winter oder starker Sonneneinstrahlung im Sommer" in Verbindung gebracht. "2011 wurde trotzdem eine erste Schadstoffmessung durchgeführt. Sie ergab für den vom Bezirksamt genutzten Gebäudeteil keine Schadstoffbelastung", so Geisel. Man empfahl den Mitarbeitern, Grünpflanzen aufzustellen und die Räume stoßweise zu lüften. Die Beschwerden rissen nicht ab. Geisel: "2012 gab es eine weitere Prüfung, bei der der Personalrat die zu prüfenden Räume bestimmte. Auch diese Messungen haben bestätigt: bei uns gibt es keine Naphthalin-Belastung".


Karolina Wrobel / KW
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