Keramikatelier feiert 25-jähriges Bestehen

Christina Koch hat das Keramikatelier vor zehn Jahren entdeckt - und damit auch ihre Begeisterung für das Kunsthandwerk. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die Gestaltung von Ton gehört zu den ältesten und kreativsten Kunsthandwerken. Im Keramikatelier Lichtenberg kann jeder diese Kunst für sich entdecken.

"Manchmal will das Material nicht so, wie ich will. Die Arbeit mit Ton ist immer ein Kompromiss", schmunzelt Dirk Foest. Der 38-Jährige ritzt in den noch feuchten Ton einer aufwendig aus Platten zusammengesetzten Vase mit ruhiger Hand verschlungene Linien. Nachdem er die Verzierungen aufgebracht hat, wird die Vase gebrannt, in grünem Farbton glasiert und schließlich glatt gebrannt. Eine ganz andere Idee verwirklicht Christina Koch, die bereits seit zehn Jahren im Keramikatelier kreativ arbeitet: "In meinen großen Übertopf habe ich grobe Spitze eingedrückt, das ergibt herrliche Muster", erklärt sie. Doch auch schon kleine Eierbecher hat sie selbst getöpfert. "Eine prima Geschenkidee, und gar nicht so einfach in der Herstellung, wie man vielleicht denkt", sagt Christina Koch.

Seit 25 Jahren gibt das Keramikatelier Lichtenberg den Kursteilnehmern die Möglichkeit, die eigenen kreativen Fähigkeiten für kleines Geld zu entdecken und sie auszubauen. "Die Arbeit mit Ton ist für kreative Arbeit hervorragend geeignet: Ton ist schnell formbar, ein Ergebnis sofort sichtbar. Hier wird nicht nur die Haptik und die Koordination, sondern auch das ästhetische Vorstellungsvermögen geschult", erklärt der Kursleiter und Diplomkeramiker André Bauersfeld.

Vom Grundkurs zur Aufbautechnik von einfachen Gefäßen über aufwendige Techniken wie etwa die Fayencemalerei bis hin zur Herstellung von Raku-Keramik im offenen Feuer bietet das Keramikatelier ein umfassendes Schulungsangebot an. "Unsere Ausstattung ist einzigartig", erklärt Angelika Jacob, die Büroleiterin des Ateliers. Es gibt zwei große Brennöfen mit einem Fassungsvermögen von 400 Litern, dazu einen kleineren 100-Liter-Ofen und drei Drehscheiben. Bis zu vier Tonnen Pulverton werden in einer eigenen Anlage aus rotem und weißem Westerwälder Ton und wahlweise mit feiner Schamotte zusammengemischt und im Jahr verbraucht. Eine ganze Bandbreite an Glasuren und Malfarben lassen keine kreativen Wünsche offen.

Ein Team von vier ausgebildeten Keramikern und einer Bildhauerin leitet in den Kursen an. "Viele Menschen haben ein Bedürfnis, etwas Eigenes mit funktionalem und künstlerischem Anspruch herzustellen. Selbst gemachte Keramik zeigt nicht nur Kreativität, sondern bringt auch Anerkennung bei Freunden und Familie", erklärt die Werkstattleiterin Ulrike Bläsing den nach 25 Jahren ungebrochenen Erfolg des Ateliers.

Am 16. November feiert das Keramikatelier in der Frankfurter Allee 203 ab 17 Uhr sein Jubiläum und lädt Interessenten zum Besuch der Werkstatt ein.

Weitere Informationen gibt es unter 559 77 94 oder unter www.kultur-in-lichtenberg.de.

Karolina Wrobel / KW
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