Landschaftspark soll landwirtschaftlich genutzt werden

Die Schafe in Herzberge liefern auch Fleisch. Umweltstadtrat Wilfried Nünthel lässt Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw von der Lammwurst kosten. (Foto: KW)

Lichtenberg. Im Landschaftspark Herzberge gehen Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung Hand in Hand. Damit das so bleibt, soll die innerstädtische Form der Landwirtschaft von der EU anerkannt werden.

Rund 30 Hektar Fläche des 150 Hektar großen Landschaftsparks Herzberge werden landwirtschaftlich genutzt. Mitten in der Stadt, auf einer ehemaligen Bahn- und Brachfläche an der Allee der Kosmonauten 16 weiden Dutzende von Rauhwolligen Pommerschen Landschafen. "Natürlich sind die Schafe gerade für Stadtkinder ein echtes Erlebnis", sagt Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). "Sie sind aber auch die schonendste Methode, um die im Landschaftspark entwickelten Naturräume zu schützen und zu pflegen." Rund 1,1 Millionen Euro steckte das Land Berlin mit Hilfe der EU bereits in die Entwicklung der öffentlichen Grünfläche, deren Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet Ende 2014 zu erwarten ist.

"Jetzt möchten wir auch die landwirtschaftliche Nutzung langfristig sichern." Der Geldtopf der Landwirtschaftsförderung der EU soll angezapft werden. Doch das ist nicht einfach. "Noch wird die Bewirtschaftung im Landschaftspark nicht als extensive Landwirtschaft gewertet, da sie im innerstädtischen Gebiet stattfindet. Wir brauchen Verbündete, um diese Form der Landwirtschaft anerkannt zu bekommen." Deshalb versuchte der Stadtrat Sabine Toepfer-Kataw (CDU), Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz und zuständig auch für die Landwirtschaft in Berlin, bei einem Ortstermin zu überzeugen. Das Anliegen stieß bei der Staatssekretärin auf offene Ohren.

"Landwirtschaft in Herzberge bedeutet Verbraucherbildung und Umweltbildung. Hier können Städter Umwelt- und Tierschutz erleben", sagte die Staatssekretärin, die das Vorhaben des Bezirkes unterstützen will.

Zuerst muss aber der Bezirk selbst ran. Denn noch ist die Fläche als öffentliche Grünfläche ausgewiesen. Zukünftig soll sie jedoch für den Zweck der Landwirtschaft umgewidmet werden. Wirklich Sinn macht diese Umwidmung jedoch nur, wenn ein Pächter diese Fläche auch langfristig landwirtschaftlich nutzt.

Seit neun Jahren wird die Bewirtschaftung durch den Verein Agrarbörse Deutschland Ost übernommen, der nicht nur ein Landwirtschaftsbetrieb ist, sondern auch als Beschäftigungsträger Menschen für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. Sie sind auch an der Aufzucht der Schafe beteiligt. Der Landwirtschaftsbetrieb wird von zwei festen Mitarbeitern gestemmt, darunter ein Schäfer. "Wir haben etwa 50 Mutterschafe", sagt Stephan Lübke von der Agrarbörse. Wolle und Fleisch gehen in den Verkauf, doch der Umsatz reicht nicht für eine langfristig gesicherte landwirtschaftliche Bewirtschaftung. "Wir sehen uns deshalb als Dienstleister für den Bezirk", und da geht es um Umweltbildung und die Pflege des Parks. Mit zahlreichen Veranstaltungen gibt die Agrarbörse jährlich Schulklassen und Kitas vielfältigen Einblick in die Aufzucht von Schafen.

Weitere Informationen unter agrarboerse.wordpress.com.

Karolina Wrobel / KW
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