Lehrrestaurant bietet Jugendlichen eine Chance

Raymond Röder (rechts) wird seine Ausbildung zum Koch bald beenden. Lucy Breuer (Mitte) und Fitore Brajshori stehen noch am Anfang ihrer Ausbildung. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Mit einer Ausbildung zum Koch oder zur Fachkraft im Gastgewerbe bekommen Jugendliche eine zweite Chance auf eine berufliche Zukunft. Möglich macht das eine Ausbildung im Restaurant "Am Kuhgraben".

"Kochen à la Carte ist toll, das möchte ich machen", sagt Raymond Röder. Lammcarré mit Sesammantel ist seine neueste Kreation, irgendwann möchte der 23-Jährige ein eigenes Restaurant führen. Ehrgeiz beweist auch Fitore Brajshori. Sie ist gerade mal 16 Jahre alt und ganz neu im Team des Ausbildungsrestaurants "Am Kuhgraben" in der Pfarrstraße 111. "Ich möchte mich hocharbeiten", sagt sie, Hotelfachangestellte ist ihr Ziel. Deshalb hat sie jetzt die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe begonnen. "Ich weiß, das wird ein harter Weg. Aber ich bin darauf vorbereitet", erklärt sie lächelnd.Seit 15 Jahren werden im Restaurant "Am Kuhgraben" Jugendliche ausgebildet, deren Lebensweg bislang alles andere als leicht war. Fehlende Schulbildung, Drogenkarriere, Heimunterbringung - hier bekommen die Jugendlichen die Chance auf eine berufliche Zukunft.

"Bei uns erleben die Jugendlichen oft zum ersten Mal, dass man sich für sie einsetzt", erklärt Kristian Liedemit, Leiter der Einrichtung und Sozialpädagoge. Seit Beginn des Projekts in der Victoriastadt ist er dabei, noch heute hält er zu machen seiner ehemaligen Azubis Kontakt. "Das gemeinsame Arbeiten ist der Schlüssel, um eine Beziehung zu den Jugendlichen herzustellen", erklärt er. "Es geht nicht nur um den Abschluss, sondern darum, die Entwicklung im Leben der Jugendlichen voranzutreiben." Mehr als 150 Jugendliche haben auf diese Weise ihren Abschluss geschafft, auch weil das Ausbildungsteam aus Sozialarbeiter, einem Küchenmeister, einer Restaurantleiterin und einer Stützlehrerin, die Nachhilfe zu den Aufgaben der Berufsschule bietet, den Jugendlichen zur Seite steht. Aktuell werden etwa 20 junge Menschen ausgebildet.

Mit viel Blick fürs Detail sorgen sie für ihre Gäste. Die erwarten nicht nur solide traditionelle Küche wie etwa Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen - natürlich aus frischen Zutaten -, sondern auch ausgefallene Gerichte wie Karotten-Ingwer-Suppe, und das zum kleinen Preis.

Das im Hinterhof gelegene Restaurant befindet sich in einem um 1880 erbauten ehemaligen Stall aus rotem Backstein, der in den 1990er Jahren nach denkmalpflegerischen Vorgaben mit Jugendlichen ausgebaut wurde. Zur individuellen Bewirtung der Gäste kommt noch ein Catering hinzu, das im Großraum Berlin bestellt werden kann. Das Restaurant ist am Montag von 12 bis 15 Uhr und dienstags bis freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

Die aktuelle Speisekarte kann unter www.firmaris.de abgerufen werden.

Karolina Wrobel / KW
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