Neue Publikation zu Lichtenberg und Hohenschönhausen

Lichtenberg. Der Historiker Jürgen Hofmann erzählt zum Jubiläum des Bezirks in dem Buch "725 Jahre Lichtenberg - kurze Geschichte eines Berliner Bezirkes" von wichtigen Ereignissen und Persönlichkeiten.

Lichtenberg - eine Seemacht? Die riesige Büste des Freibeuters Benjamin Raulé im Museum Lichtenberg wirft beim Betrachter viele Fragen auf. "Raulé, der ist schon eine echte Kuriosität in der Geschichte Lichtenbergs", erklärt der Historiker Jürgen Hofmann. Raulé hatte im 17. Jahrhundert mit Zustimmung des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm schwedische Schiffe gekapert, als sich Brandenburg im Krieg mit Schweden befand. Heute würde man ihn vielleicht sogar als Piraten mit Lizenz bezeichnen. Seine deutlichste Spur hinterließ Raulé im Bezirk mit dem Bau des Schlosses Friedrichsfelde. Ein Geschenk des Kurfürsten für seine Verdienste.Viele wichtige und schillernde Persönlichkeiten hatten Einfluss auf die Geschichte des Bezirks Lichtenberg. Gerade deshalb auch ist die Historie des Verwaltungsbezirkes nicht schnell erzählt. Denn Lichtenberg erscheint im Lichtkegel der Geschichte vielgestaltiger, als es manch einem Historiker lieb ist. "Wer die Geschichte in Lichtenberg erzählen will, muss Besonderheiten beachten. Das sind Eingliederungen und Ausgliederungen von Territorien", weiß der Historiker Jürgen Hofmann. Einst gehörten die Ortsteile Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf zu Lichtenberg, ja sogar das Boxhagener Quartier. "Die Geschichte Lichtenbergs ist nicht nur auf den heutigen Zuschnitt begrenzt." Die wechselhafte Historie beschreibt Jürgen Hofmann im vom Bezirksamt herausgegebenen Buch "725 Jahre Lichtenberg - kurze Geschichte eines Berliner Bezirks".

Einen Erstentwurf aus der Feder von Andreas Herbst, Mitarbeiter in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, komplettierte der Historiker mit Recherchen in zahlreichen Archiven. Auf 188 Seiten wird die Geschichte seit der ersten urkundlichen Erwähnung vor 725 Jahren über die Verleihung des Stadtrechts 1907 und die Eingemeindung als 17. Verwaltungsbezirk von Groß-Berlin 1920 bis hin zur Bezirksfusion mit Hohenschönhausen im Jahr 2001 in knappen und sachlichen Kapiteln wiedergegeben.

Zum Schmökern lädt die reich zusammengetragene Bebilderung des Buches ein: historische Fotografien zeigen die Stadtansichten, etwa die Frankfurter Allee nach der Kriegszerstörung und sie zeigen Verschwundenes, wie etwa die Seeterrassen am Fennpfuhl.

Kapitel zur Wappengeschichte und den territorialen Veränderungen, daneben ein Personenregister und ein Verzeichnis der wichtigsten Bau- und Geschichtsdenkmale des Bezirkes ergänzen die Publikation.

Das Buch 725 Jahre Lichtenberg - kurze Geschichte eines Berliner Bezirks (ISBN 978-3-00-043170-8, 20 Euro gibt es ab sofort im Museum Lichtenberg zu kaufen und zum Ausleihen in allen Lichtenberger Bibliotheken.

Karolina Wrobel / KW
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