Neuer Rundfunkbeitrag: Bezirksamt rechnet mit deutlich höheren Kosten

Lichtenberg. Im vergangenen Jahr zahlte das Bezirksamt rund 3000 Euro an die Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Mit dem neuen Rundfunkbeitrag muss der Bezirk wohl 12 000 Euro ausgeben.

Der Fernseher beim Pförtner, ein weiterer beim Bürgermeister, einige Radios - das Geld, welches das Bezirksamt bisher an die GEZ überwies, war überschaubar. Für solche Geräte in Dienstgebäuden und Fahrzeugen zahlte Lichtenberg im vergangenen Jahr nach Auskunft des Stadtrats für Immobilien, Andreas Prüfer (Die Linke), rund 3000 Euro. Für solche Geräte allein in den Dienstgebäuden musste das Bezirksamt im Jahr 2012 exakt 215,76 Euro bezahlen. Das liege nicht daran, dass man die Empfangsgeräte nicht ordentlich gezählt hätte, versichert Prüfer. "Mit dem neuen Rundfunkbeitrag zahlen wir jetzt deutlich mehr als vorher", erklärt der Stadtrat. 2013 wird der Beitrag für die Dienstgebäude und Fahrzeuge mit etwa 10 000 Euro zu Buche schlagen. Insgesamt rechnet Prüfer mit Kosten von etwa 12 000 Euro. Sie werden an den Beitragsservice abgeführt. Zwar entfällt der Aufwand, Rundfunkgeräte der GEZ zu melden. Doch muss der Bezirk nun tiefer in die Tasche greifen. Der Grund: die Berechnungsgrundlage für den Beitrag hat sich geändert. Für Privathaushalte soll es nach der neuen Regel einfacher werden. Hier zählt nicht mehr das Empfangsgerät. Jeder Haushalt zahlt 17,98 Euro. Für Behörden und Ämter gelten andere Regeln. Die Bibliotheken, das Rathaus, die Bürgerämter, die Jugendfreizeiteinrichtungen, alle Dienstfahrzeuge - all diese Stätten und genutzten Fahrzeuge sind für die Höhe des Beitrags ausschlaggebend. Auch die Anzahl der Mitarbeiter spielt eine Rolle. So wird das Bezirksamt zur Kasse gebeten. Dort arbeiten etwa 1800 Menschen. Am teuersten sind die großen Einrichtungen in einzelnen Gebäuden wie in Alt-Friedrichsfelde 60. Hier arbeiten die meisten Beschäftigten. "Dagegen sparen wir durch die neue Berechnung Beiträge bei den Seniorenbegegnungsstätten. Zahlten wir im Vorjahr 1500 Euro, sind es jetzt 500 Euro Rundfunkbeitrag. Das liegt an den wenigen Beschäftigten dort", erklärt Prüfer. Er findet den Rundfunkbeitrag gut: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kostet und muss finanziert werden."


Karolina Wrobel / KW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden