Nicaragua-Wandbild aus Sicherheitsgründen entfernt

Lichtenberg. Nachdem das Wandbild "Nicaraguanisches Dorf - Monimbo 1978" am Haus Skandinavische Straße 26 vor acht Jahren rekonstruiert wurde, musste es jetzt erneut abgetragen werden. Hauseigentümer und Firmen sind sich uneinig, wer für den Schaden aufkommt.

Am 19. August hatte Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) zu einem Runden Tisch geladen, an dem der Hauseigentümer und die an der Fassadenherstellung beteiligten Baufirmen teilnahmen. Sturmschäden und Fertigungsmängel haben das 255 Quadratmeter große Wandbild des nicaraguanischen Künstlers Manuel Garcia Moia stark mitgenommen. Es musste im Juli abgetragen werden. Wer für die Schäden aufkommt, darüber konnte man sich auch am Runden Tisch nicht einigen. "Wir werden sicherlich noch mehrere Gesprächsrunden brauchen, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden", sagt Geisel. Er sei jedoch "vorsichtig optimistisch", auch, weil alle Anwesenden sich einig sind, einen langen Rechtsstreit vermeiden zu wollen. Geisel wünscht sich, das Wandbild bereits 2014 aufzubringen. Wer für die Kosten aufkommen soll, ist unklar. Mehrfach war die fortschreitende Zerstörung des Wandbildes Thema in der Bezirksverordnetenversammlung. Handhabe, die Zerstörung aufzuhalten, hatte man nicht. "Das Bild gehört zwar zu den bedeutendsten Wandmalereien in Europa", weiß Jürgen Hofmann (Die Linke), der das Thema im Kulturausschuss begleitet. "Das Originalbild besitzt jedoch keinen Denkmalstatus." Auch die Replik, die nun abgetragen werden musste, ist nicht geschützt.

"Auch die Replik hat einen hohen künstlerischen Wert", hebt Hofmann hervor. Das Originalkunstwerk entstand 1985, 2004 verschwand es unter einer Schicht Wärmedämmung - der private Eigentümer hatte das Wohnhaus energetisch saniert. Viele Bürger engagierten sich für die Wiederherstellung des Bildes, eine Initiative für den Erhalt des Nicaragua-Giebelwandbildes wurde gegründet. Mit deren Hilfe konnte ein Teil der zur Reproduktion notwendigen 100 000 Euro gesammelt werden. Die Künstler Gerd Wulff und Max Michael Holst malten das Motiv 2005 nach exakter Vorgabe erneut auf. Jürgen Hofmann unterstützt eine erneute Wiederherstellung des Bildes und auch die Initiative regt diese Lösung wieder an. "Das Bild bleibt ein künstlerisches Highlight in Lichtenberg", weiß Hofmann.


Karolina Wrobel / KW
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