Nikolaus auf dem Lichtenberger Lichtermarkt

In ganzer Pracht: der Nikolaus heißt bürgerlich Rainer Henkel und kommt aus dem hohen Norden Lichtenbergs. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Kein Zweifel, den Nikolaus gibt es wirklich. Er kommt tatsächlich aus dem Norden, nämlich aus Hohenschönhausen. Und er steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen zum 20. Lichtenberger Lichtermarkt.

"Manche Kinder zweifeln erst, ob es ihn wirklich gibt. Aber wenn sie den Nikolaus sehen, sind alle Zweifel verflogen", sagt Rainer Henkel. "Es gibt nichts Schöneres, als in die Gesichter von hunderten glücklichen Kindern zu schauen!" Der 69-jährige zweifache Großvater trägt auch außerhalb der Weihnachtszeit einen weißen Bart, nur etwas kürzer. Seit zehn Jahren schlüpft der Hohenschönhausener in der Zeit rund um den 1. Advent in das aufwendig gestaltete Kostüm mit goldbestickter Mitra, Bischofsmütze und weißem Wallebart.

Rainer Henkel ist dann hauptamtlicher Nikolaus auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg. Am 1. Dezember wird der Nikolaus nun zum ersten Mal auch in Lichtenberg auftreten. Beim 20. Lichtermarkt von 13.30 bis 17 Uhr vor dem Rathaus in der Möllendorffstraße 6. Der Nikolaus ist weit mehr als eine Märchenfigur, die Kinderaugen zum Strahlen bringt. Er ist ein Geschenkebringer, eine großväterliche Figur. Die Kinder haben meist Respekt vor dem weisen, sympathischen Mann. "Wenn mir Kinder begegnen, gibt es nicht nur Staunen", sagt Rainer Henkel. " Einige singen oder tragen Gedichte vor." Und auch für viele Eltern gehöre der Nikolaus zur Weihnachtszeit. "Der Nikolaus hat Tradition", weiß Henkel. "Die Figur kann man auf den Bischof Nikolaus von Myra zurückführen. Seit dem dritten Jahrhundert hat sich diese Figur dann in den verschiedenen Regionen und unterschiedlichen Ländern zum Symbol in der Vorweihnachtszeit entwickelt."

Auch Rainer Henkel hat sich mit den Ursprüngen des christlichen Weihnachtsbrauchs auseinander gesetzt, dabei ist er nicht konfessionell gebunden. Der 69-Jährige kam eigentlich durch seine Arbeit beim Fernsehen zum Nikolausbrauch, den er heute ehrenamtlich ausfüllt. Der Pyrotechniker gestaltete einst visuelle Effekte in Filmen.

"Durch einen Aufenthalt in Köln kam ich irgendwann so richtig in Kontakt mit der Nikolaus-Tradition." Als Film- und Fernsehmacher war der Weg zum Fundus nicht weit, wo das Nikolauskostüm zur Grundausstattung gehört. "Wer sich mit Kostümausstattung auseinandersetzt, muss auch die geschichtlichen Hintergründe der Kostüme kennen", sagt Henkel. Manchmal schlüpft der Pensionär zwar auch in andere Rollen -etwa in die Figur des Hauptmanns von Köpenick. Doch am liebsten ist ihm der Nikolaus. Der sei eben gerade bei Kindern bekannt und beliebt. "Da ist das Feedback einfach schöner!"


Karolina Wrobel / KW
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