Orchester spielt seit 60 Jahren auf Volksinstrumenten

Manch bekanntes Klassikstück klingt auf Volksinstrumenten anders, aber auch schön. (Foto: Wrobel)
 
Leidenschaftlich beim Musizieren: die Mitglieder des Volksinstrumentenorchesters in Berlin. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Im Jahr 1954 gründete sich das "Volksinstrumentenorchester in Berlin" (VIO), das heute seinen Sitz in Lichtenberg hat. Besonders am Ensemble sind nicht nur die Volksinstrumente, sondern vor allem die Mitglieder.

Inge Flache ist 83 Jahres alt und mit ihrer Schwester bereits seit der Gründung des Orchesters dabei. "Ich habe mir das Mandolinespiel damals autodidaktisch beigebracht", sagt die Seniorin. Heute ist sie Musikerin aus Leidenschaft. Diese Passion teilt Inge Flache mit den rund 30 Musikern, die jede Woche in der Seniorenbegegnungsstätte in der Einbecker Straße 85 mit ihren Instrumenten eintreffen: Akkordeon, ein Kontrabass, Mandolinen, Mandolas, Gitarren und eine Querflöte sind mit von der Partie.

"Ein Orchester, das aus Volksinstrumenten besteht, besitzt einen ganz eigenen Klang", sagt Dirigent Gunter Wurell. Zum Repertoire gehören brasilianische Tänze ebenso wie Werke von Dimitri Schostakowitsch, Wolfgang Amadeus Mozart oder Johann Strauss. "Ich suche stets nach neuen Stücken und Bearbeitungen für Volksinstrumente", erzählt Wurell. Werke, die ursprünglich nicht für Volksinstrumente gedacht waren, würden auf Mandoline und Akkordeon in ganz neuen Dimensionen erklingen. Auch viele der Musiker im Orchester würden manch bekanntes Stück wieder neu entdecken.

Für den ausgebildeten Opernsänger Gunter Wurell ist es eine spannende Angelegenheit, ein Orchester zu dirigieren. Seit zwei Jahren macht er das jetzt. "Ich versuche, nicht nur die Klänge der Instrumente, sondern auch die Charaktere der Musiker zusammenzubringen. Gemeinsames Musizieren soll doch Spaß machen."

Den Orchestermitgliedern macht es sichtlich Spaß. Auch wenn so manche Notenabfolge viel Fingerübung erfordert. Einige der Musiker nehmen noch immer ab und zu Instrumentalunterricht, um ihr Können aufzufrischen. "Ich habe 40 Jahre lang nicht mehr Akkordeon gespielt", erzählt Manuela Tietze. Als Kind hatte sie das Instrument erlernt. "Meine Eltern legten auf Hausmusik größten Wert. Das Akkordeon teilte ich mir mit meinem Bruder."

Auch als Erwachsene griff Manuela Tietze zwar vereinzelt in die Tasten, doch erst vor etwa drei Jahren entschied sie sich, die Sache wieder professioneller anzugehen. "Es war ein Aufruf in der Berliner Woche. Das Volksinstrumentenorchester suchte nach Musikern. So bin ich dazu gekommen", sagt Tietze.

Nun will das Musikensemble erneut die Werbetrommel rühren. "Wir suchen Leute, die Mandoline, Mandola und andere Volksinstrumente beherrschen", sagt Dietmar Günther, der VIO-Vorsitzende. Das Orchester spielt dabei keineswegs nur zum Selbstzweck. Natürlich treten die Musiker auch regelmäßig gemeinsam auf. Zu den Highlights im vergangenen Jahr zählte ein Auftritt im Tierpark Friedrichsfelde.

Wer sich zunächst einen Höreindruck verschaffen will, der kann dies bei den Jubiläumskonzerten des Volksinstrumentenorchesters tun. Am 11. April gastiert das Orchester im Humboldt-Haus in der Warnitzer Straße 13 A, Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro. Am 17. April um 14.30 Uhr findet ein weiteres Konzert in der Begegnungsstätte in der Einbecker Straße 85 statt. Auch hier kostet der Eintritt zehn, ermäßigt acht Euro.

Mehr Informationen gibt es unter www.volksinstrumentenorchester-berlin.de.

Karolina Wrobel / KW
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