Träger und Verein einigen sich auf vertragliche Kooperation

Lichtenberg. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verein LibeRo und dem Träger Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg soll den Streit um die Jugendfreizeiteinrichtung "Linse" beenden.

Der Clinch um den Jugendclub "Linse" scheint vorerst beendet. Auf der vergangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses gaben Michael Heinisch, Chef des Trägers der Jugendfreizeiteinrichtung, und Hendrik Strumpf, Vorstandsmitglied im Musikerverein "Lichtenberg Rock", bekannt: Die Kooperationsvereinbarung kann endlich unterschrieben werden. Damit dürfte das Kriegsbeil zwischen den beiden Vereinen nun begraben werden - vorerst zumindest. Denn obwohl nun kooperiert werden soll, handelt es sich um eine äußerst skeptische Handreichung. "Es war ein schwieriger Prozess, sich zu einigen", sagte Hendrik Strumpf. "Wir werden jetzt zwar als Kooperationspartner wahrgenommen. Noch fehlt allerdings das Verständnis, warum wir in der Linse in der Vergangenheit so erfolgreich waren." "Wir sind jetzt Partner auf Augenhöhe", sagte wiederum Michael Heinisch von der Sozialdiakonischen Jugendarbeit Lichtenberg e.V. (SozDia). Doch auch im SozDia habe man über Alternativen der Zusammenarbeit überlegt. Immer wieder machte der Träger in der Vergangenheit deutlich, auf den LibeRo in der Linse nicht angewiesen zu sein.

Der Streit zwischen dem Träger SozDia und dem Musikerverein entbrannte im Herbst 2012. Der LibeRo hatte sich 2005 im Jugendklub Linse gegründet und unterstützte seitdem den Träger SozDia bei der Ausstattung der Einrichtung mit Musikequipment wie etwa mit technischen Einrichtungen der Bühne und deren Nutzung - ehrenamtlich. Im Frühling eröffnete die Linse nun neu als erstes und einziges "Jugendkulturzentrum" in Lichtenberg. Mitarbeiterwechsel in der Jugendfreizeiteinrichtung, darunter auch ein erteiltes Hausverbot des Trägers gegenüber dem jahrzehntelangen Leiter des Jugendclubs, brachten die Zusammenarbeit zwischen LibeRo und SozDia ins Stocken.

"Uns hat er Mitarbeiterwechsel beim Träger in der Linse zurückgeworfen", hob Hendrik Strumpf auf der Jugendhilfeausschusssitzung nochmals hervor. Er äußerte den Wunsch, das Hausverbot gegenüber dem ehemaligen Einrichtungsleiter endlich aufzuheben. Der Träger wies wiederum in der Vergangenheit immer wieder daraufhin, dass der Jugendclub sich mit seinen Angeboten vorrangig an Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren richtet. Viele der LibeRo-Musiker seien dem jugendlichen Alter entwachsen. Die LibeRo-Musiker fühlten sich daraufhin aus der Linse verdrängt.

Jetzt soll mit einem Kooperationsvertrag die Raumnutzung, die Durchführung von gemeinsamen Konzerten und die Nutzung der Technik vereinbart werden. Zudem wird der LibeRo das Programm der Linse mit ehrenamtlichen Kräften unterstützen und kann auch über die inhaltliche Ausrichtung der Einrichtung im sogenannten Programmrat mitreden.


Karolina Wrobel / KW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.