Vorerst gibt es keine Perspektive fürs Hubertusbad

Noch 2011 konnte die Initiative "Licht an im Hubertusbad" bei einer Führung das Innere des Denkmals präsentieren. (Foto: Initiative "Licht an im Hubertusbad")

Lichtenberg. Das Hubertusbad verfällt immer mehr. Jetzt ist auch der letzte Interessent abgesprungen, der das Bad wieder zu neuem Leben erwecken wollte.

Seit dem Jahr 1991 liegt die Zukunft des denkmalgeschützten Hubertusbades im Ungewissen. Um das ehemalige Stadtbad zu erhalten und zu sanieren, wären 20 Millionen Euro nötig. Diesen Betrag nennt der Liegenschaftsfonds, der das Gebäude bereits im Juni 2001 übernahm und für die Sicherung des Gebäudes bislang 377 000 Euro aufwendete. Das Dach, die Fassade und die Außenanlagen wurden instand gehalten. Trotzdem hat sich der Zustand des ehemaligen Bades weiter verschlechtert. Deshalb bleibt künftig der öffentliche Zugang verwehrt, wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Anfrage der Abgeordneten Katrin Lompscher (Linkspartei) hervorgeht. Einen öffentlichen Zugang hatte die Initiative "Licht an im Hubertusbad" 2012 zum Tag des offenen Denkmals gefordert.

2010 hatten viele Freunde des Bades an einer Führung teilgenommen, das Gebäude war noch auf allen Etagen begehbar. Schon 2011 war dies nicht mehr so ohne weiteres möglich. Es gab an Tag des offenen Denkmals aus Sicherheitsgründen strenge Auflagen. Jetzt ist das Bad für die Öffentlichkeit gänzlich verschlossen. Die technische Gebäudesicherung für einen befristeten Zugang würde Mehrkosten in Höhe von etwa 308 000 Euro verursachen, so die Senatsverwaltung.

Das 1928 eröffnete Bad, das mit seiner expressionistischen Architektur vor einigen Jahren auch als Kulisse für den Vampirfilm "Wir sind die Nacht" des Regisseurs Dennis Gansel diente, ist nun wahrscheinlich vollends dem Verfall preisgegeben. Denn jetzt zerschlagen sich auch noch alle Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Bades durch private Investoren. Dem Liegenschaftsfonds lagen seit 2007 drei konkrete Kaufangebote vor. Zwei zogen schon zu früherer Zeit ihre Kaufangebote zurück, allein das Angebot einer Bewerbergemeinschaft aus dem Jahr 2011 hatte bis vor kurzem noch Bestand.

"Ein Planungsbüro hatte ein Nutzungskonzept erarbeitet, das Hotellerie und Spa vorsah", sagt Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung zum aktuellen Stand. "Jetzt ist auch dieser Interessent abgesprungen. Ein neuer Entwickler muss nun gefunden werden, der das Konzept umsetzen könnte", so Nünthel. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass eine künftige Schwimmbadnutzung sich auch auf das Umfeld auswirken könnte.

In unmittelbarer Nähe befindet sich nämlich die Geburtenstation des Sana-Klinikums. Inwieweit eine Beeinträchtigung durch Lärm entstehen könnte, müsste dann noch geklärt werden, so der Stadtrat.


Karolina Wrobel / KW
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