Wegen der eingestellten Buslinie 193 klagen Anwohner über längere Wege

Zur Haltestelle der Buslinie 256 an der Siegfriedstraße müssen Anwohner aus der Gotlindestraße weit laufen. (Foto: KW)

Lichtenberg. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr im Nibelungenviertel bleibt schlecht. Gerade Ältere beklagen lange Wegstrecken zu den Haltestellen.

Mit dem Umzug des Kinder- und Jugendkrankenhauses Lindenhof hat die BVG zum 3. Juni 2012 die Buslinie 193 eingestellt. Seit über einem halben Jahr fühlen sich vor allem die älteren Einwohner an der Gotlindestraße vom öffentlichen Leben abgetrennt. Sie müssen jetzt weite Wegstrecken zu den nächst liegenden Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs auf sich nehmen. Manchmal sogar fast einen Kilometer müssen sie zur Haltestelle der Tramlinien 21, 37 und der Buslinie 256 oder 240 an der Siegfriedstraße oder zur Rüdigerstraße/Kriemhildstraße zurücklegen. Anwohnerin Ellen Neumann hat in einer Bürgerinitiative rund 300 Unterschriften gesammelt, um den Haltepunkt an der Gotlindestraße wieder aufzunehmen. Bislang ohne Erfolg. "Wer einen Rollator hat, der kommt aus unserem Wohngebiet gar nicht mehr raus", beklagte sie auf der Einwohnerversammlung am 14. Februar im Stadtteilzentrum Lichtenberg-Nord. Das Bezirksamt hatte an diesem Abend den Verkehr zum Thema gemacht.

Die Einwohner beklagten auf dieser Versammlung nicht nur die fehlende Bushaltestelle der Linie 193 an der Gotlindestraße, denn die bis zur Rüdigerstraße/Kriemhildstraße verlängerte Omnibuslinie 256 fülle diese Lücke gerade für die Anwohner der Gotlindestraße nicht auf. Auch die Tramlinien 21 und 37 bringen wenig Entlastung: an deren Haltestellen angekommen müssen die Fahrgäste die Stufen der älteren Straßenbahnwägen erklimmen. Auf diese Weise wird Alltägliches, wie der Gang zum Arzt oder zum Einkaufen, beschwerlich.

"Derzeit prüfen wir, ob eine Zusammenlegung der Haltestellen für die Tramlinien 21 und 37 mit der Buslinie 256 erfolgen kann", sagte der für Lichtenberg zuständige Bezirksmanager der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Rainer Paul, auf der Versammlung. Das könnte eine kleine Entlastung wegen des kürzeren Weges zur Buslinie bringen. Für eine bessere Ausstattung der Straßenbahnlinien mit Niederflur-Fahrzeugen sieht es aber schlecht aus. Zwar sollen alle Tramlinien mit der sogenannten "Flexity"-Wagenreihe ausgestattet werden. "Wann die Linien 21 und 37 umgestellt werden, ist noch unklar", sagte Rainer Paul. Alle Berliner Linien sollen bis 2017 neu ausgestattet sein.

Der Bus 256 werde laut Rainer Paul auch in diesem Jahr nicht häufiger fahren. Die Linie verkehrt wochentags meist alle 20 Minuten. Jedoch will die BVG für eine bessere Anbindung an den U-Bahnhof Lichtenberg sorgen. "Bisher ist die Entfernung von der Tramhaltestelle der Linien 21 und 37 in der Siegfriedstraße zum Übergang der U-Bahn zu groß", sagte Rainer Paul. Die Endstelle werde in die Alte Frankfurter Allee verlegt, um den Fahrgästen das Umsteigen zur U- und S-Bahn zu erleichtern und den ÖPNV attraktiver zu machen. "Bisher sind wir in den Planungen. Diese Änderungen wird es nicht vor 2016 geben", informierte Rainer Paul.


Karolina Wrobel / KW
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