WGLi gab zum 60. Geburtstag ein Kunstwerk in Auftrag

Lutz Lehmann und seine Mutter Ingrid vor dem Bild: Hier hat der Künstler eine Szene aus Lehmanns Jugend verewigt. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Lichtenberg stehen heute die Gründungshäuser der Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg (WGLi). Sie feiert ihr 60-jähriges Bestehen.

Lutz Lehmann erinnert sich gut an die Zeit, als er als Jugendlicher auf der Simson "Schwalbe" zusammen mit seinem Bruder durch die Gegend rund um die Josef-Orlopp-Straße düste. "Das war die Schwalbe von meinem Opa", sagt der heute 54-Jährige. Das Bild dieser Erinnerung verewigten nun zwei Künstler auf der Fassade des Hauses in der Josef-Orlopp-Straße 26-30, des einstigen Wohnhauses von Lehmann. Das Bild zeigt ihn und seinen Bruder auf der "Schwalbe". "Ich bin der Kleine", sagt Lehmann. Er ist stolz auf das Bild, das sogar nachts auf der viel befahrenen Straße gut sichtbar sein wird. Es ist beleuchtet.

"Mit diesem Wandbild wollen wir symbolisch auf die Geschichte und das Genossenschaftsleben verweisen", sagte Thomas Kleindienst, der kaufmännische Vorstand der WGLi, bei der Einweihung des dreidimensional anmutenden Fassadenkunstwerks am 2. Juni.

Im Jahr 1954 wurde die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft VEB Siemens-Plania auf dem ehemaligen Rittergut in der heutigen Josef-Orlopp-Straße gegründet. Es war der Vorläufer der heutigen WGLi, die nach der Wende entstand. "Soziale Sicherheit" lautet der heutige Leitsatz der Wohnungsgenossenschaft, die 25 000 Menschen eine stabile Miete bis zum Jahresende 2018 garantiert.

Für den Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) ist die WGLi deshalb ein wichtiger Partner, um die Mietentwicklung auch in Lichtenberg zu steuern. Denn im Bezirk gibt es immer weniger günstigen Wohnraum zur Miete - eine Entwicklung, die kaum anders verläuft als im Innenstadtbereich. "Das Ergebnis des Volksentscheids zum Tempelhofer Feld macht es nicht einfach, neuen Wohnraum zu schaffen", sagte der Bürgermeister auf der Bild-Einweihungsfeier. Beim Volksentscheid am 25. Mai stimmte die Mehrheit der Wähler gegen die Errichtung von 4700 Wohnungen auf dem ehemaligen Flugfeld. Vorhaben in ähnlicher Größe gibt es in Lichtenberg nicht.

"Auch in Bezirk zeigen die Prognosen, dass wir mit Zuzug rechnen müssen", sagt Geisel. Es gibt immer weniger freie und günstige Mietwohnungen. Deshalb wurde in Lichtenberg das Bündnis für Wohnen gegründet, das derzeit 16 Bündnispartner zählt und für mehr Wohnraum sorgen soll. Darunter sind neben der WGLi auch die Wohnungsbaugesellschaft Howoge und viele private Investoren. Gerade die sollen stärker in die Pflicht genommen werden, bei Neubauvorhaben auch günstigen Wohnraum zu schaffen. Viele Neubauvorhaben stießen jedoch auch auf Kritik der Anwohner und Nachbarn, weiß Geisel. "Wo und warum in Lichtenberg gebaut werden muss, diesen Dialog werden wir zukünftig stärker führen müssen", so der Bürgermeister.


Karolina Wrobel / KW
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