Zensus-Ergebnisse: Im Bezirk wohnen weniger Menschen als angenommen

Lichtenberg. Die Ergebnisse der Volkszählung 2011 zeigen: in Lichtenberg leben weniger Menschen als gedacht. Das könnte auch Folgen für die Bezirksverwaltung haben.

Die Ergebnisse des Zensus 2011 bedrängen den Senat. Denn in Berlin leben weniger Menschen als bisher angenommen. In Lichtenberg leben laut Zensus 252 197 Menschen. Das sind 10 306 weniger als bisher geschätzt. In Berlin wurden 180 000 Menschen weniger gezählt. Die neuen Zahlen haben Konsequenzen. Denn die bisherigen Schätzungen für die Bevölkerungszahlen in den Bezirken waren die Grundlage für den Personalabbau in der Verwaltung. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es sehr schwer, sich verlässlich zu den konkreten Folgen der Zensus-Ergebnisse zu äußern", sagt Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). Nach seinen ersten Berechnungen müsste Lichtenberg 46 Vollzeitstellen weniger abbauen, als auf Grundlage der Bevölkerungsfortschreibung berechnet. Lichtenberg hat im Vergleich zu etwa Charlottenburg-Wilmersdorf, wo über 30 000 Personen weniger gezählt wurden, einen geringen Schwund. Verschiebungen bei der Berechnung ergeben eine mögliche neue Grundlage für den Personalabbau in den Verwaltungen. "Dafür muss das Abgeordnetenhaus aber seinen Beschluss ändern." Für Lichtenberg hatte das Abgeordnetenhaus 2012 beschlossen: Die Verwaltung ist im Vergleich zu den Einwohnerzahlen zu groß. Gespart wird deshalb künftig an der Grünflächenunterhaltung, der Bereich Gesundheit muss bluten, die Kultur und das Ordnungsamt. Alle Seniorenfreizeiteinrichtungen sollen an freie Träger übergeben werden. Insgesamt schrumpft die Verwaltung bis 2020 um etwa 17 Prozent.

Erstmals hatte das Abgeordnetenhaus bei dieser Einsparvorgabe die Einwohnerzahlen zugrunde gelegt. Vormals galt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Bei letzterer stand der Bezirk positiv da, weil er Gewinn erwirtschaftete. Auf die Änderung der Berechnungsgrundlage für die Größe der Verwaltung folgt nun der Personalabbau. Jetzt zeigt der Zensus: die Grundlage zu dieser Entscheidung war offenbar falsch. Inwiefern sich das Bezirksamt für eine Revision der bisherigen Vorgabe bemühen werde, ließ Geisel offen. "Da bis 2020 noch etwas Zeit zur Verfügung steht, werden wir das nicht überstürzt, sondern auf der Basis fundierter Berechnungen tun. Wir wollen damit ja Erfolg haben."


Karolina Wrobel / KW
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