Zwei MfS-Häuser sollen der Nachwelt erhalten bleiben

Gleich gegenüber dem Haus 7 liegt die Kantine der Stasi-Mitarbeiter. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Das Areal an der Normannenstraße gehört zu den geschichtsträchtigsten in Berlin. Doch nur wenige Einrichtungen wie das Stasi-Museum im Haus 1 und das Archiv des Bundesbeauftragen für Stasi-Unterlagen (BStU) im Haus 7 erinnern an den Geheimdienst der DDR.

Jetzt gibt es die Initiative des Bezirks Lichtenberg, die ehemalige Kantine der Stasi-Mitarbeiter und das Haus 1, von dem aus Regimekritiker verfolgten wurden, als Denkmäler zu erhalten. Der Bezirk greift damit die Idee des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unteralgen Roland Jahn auf, aus dem früheren MfS-Gelände einen "Campus für Demokratie" zu machen.

"Mit der Aufnahme der Häuser 7 und 22 in die Berliner Denkmalliste soll der authentische Ort gewahrt bleiben, damit alle Interessierten die Möglichkeit haben, sich mit der Geschichte dieses Ortes und dem Wirken des Ministeriums der Staatssicherheit zu befassen", sagt Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Im Haus 22, das um 1960 entstand, befand sich einst die Kantine der Stasi-Mitarbeiter.

Laut der Ideenskizze von Roland Jahn könnte im Haus 22 ein Informationszentrum entstehen, in dem die Präsenzbibliothek des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen untergebracht ist und ein Veranstaltungsraum mehr Bildungsarbeit für junge Menschen ermöglichen würde. Der ehemalige Speisesaal fasste einst 200 Plätze im Erdgeschoss, im Obergeschoss fanden die Dienstkonferenzen des Ministers statt. Das Haus 7 indes bildet mit dem bereits unter Denkmalschutz gestellten Haus 1 den Kern des Ministeriums für Staatssicherheit, hier befindet sich derzeit das BStU-Archiv. Hier war auch die Hauptabteilung untergebracht, die für die politische Verfolgung von Regimekritikern und die Überwachung von Kultur, Kirche und Sport gesorgt hat. Zusätzlich zu der aktuellen Archiv-Nutzung könnte im Rahmen des "Campus der Demokratie" eine Ausstellung zum Stasi-Archiv installiert werden.

Mit der Entscheidung, die Häuser 7 und 22 in die Denkmalliste aufzunehmen, sollen zunächst die Voraussetzungen für eine Eintragung überprüft werden. Bisher wurden im Stasi-Revier einzig das heutige Finanzamt Lichtenberg und das Haus 1 in der Ruschestraße 103 in die Denkmalliste Berlin aufgenommen.


Karolina Wrobel / KW
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