Die meisten Lichtenberger Masernkranken sind erwachsen

Lichtenberg. Seit Jahresbeginn wurden dem Lichtenberger Gesundheitsamt 28 Masernerkrankungen gemeldet. Berlinweit sind es 600 Fälle. Die meisten an Masern Erkrankten seien erwachsen, sagt Ute Geuß-Voß, Hygienereferentin im Gesundheitsamt. Nur in einem einzigen Kindergarten habe es einen Masernfall gegeben.

"Die Schließung von Kindergärten ist nicht geplant", sagt die Hygienereferentin.

Eine Masernerkrankung ist keineswegs eine harmlose Kinderkrankheit. Das beweist der Fall eines am 12. Februar an Masern erkrankten Jungen im Alter von eineinhalb Jahren. Er entwickelte Fieber und Husten sowie den maserntypischen Hautausschlag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales informiert. Der Zustand des Reinickendorfer Jungen verschlechterte sich, sodass er am 14. Februar in einem Krankenhaus aufgenommen wurde und vier Tage später starb. Der Junge war laut Senatsverwaltung nicht gegen Masern geimpft.

Die hochansteckende Vireninfektion greift seit Oktober um sich. Mittlerweile zählt die Senatsverwaltung allein seit Anfang Januar mehr als 290 Ansteckungen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2013 waren 492 Fälle gemeldet, 2012 waren es nur 18 Fälle.

Die meisten Erkrankten sind zwischen 18 und 44 Jahren alt. Gerade in dieser Altersgruppe sei die Impfquote laut Senatsverwaltung "gering". Die Impfquote bei den Berliner Schulkindern liegt laut Senatsverwaltung bei 95,9 Prozent für die erste Masernimpfung und bei 90,9 Prozent für die zweite. Erst mit der zweiten Impfung sei jedoch ein sicherer Schutz vorhanden. Sie kann jederzeit nachgeholt werden.

Tritt ein Masernfall auf, muss er dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Mitarbeiter versuchen, die Ausbreitung der Vireninfektion zu verhindern, indem sie die Kontaktpersonen des Kranken ermitteln und ihnen nahelegen, sich gegebenenimpfen zu lassen. Besonders Menschen, die nach 1970 geborenen sind, sollten ihre Impfung bei Bedarf auffrischen.

Fragen zum Impfschutz beantwortet der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst in der Oberseestraße 98 unter 902 93 49 21 und in der Alfred-Kowalke-Straße 24 unter 902 93 49 41.

Karolina Wrobel / KW
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