Elternnetzwerk fordert mehr Sauberkeit auf Schultoiletten

Eltern von Schülern und Kitakindern haben ein Netzwerk gegründet. Dessen Forderung: Schultoiletten sollen zweimal täglich gewischt werden. (Foto: Wrobel)

Karlshorst. Eltern beklagen viele Probleme an den Schulen im Ortsteil. Sie fordern eine bessere Reinigung der Gebäude und eine bessere Vorsorge des Bezirks für künftig benötigte Schulflächen.

Viele Kinder verkneifen sich den Toilettengang an ihrer Schule. Sie ekeln sich vor den schon mittags stinkenden und versifften Klos. "Die Toiletten werden von den Kindern dann einfach nicht mehr betreten", sagt Heike Fischl. Sie ist Mutter eines Kindes in der Karlshorster Grundschule. Und: "An der Richard-Wagner-Grundschule putzt die Reinigungskraft nach Kräften, doch alleine kann sie wenig schaffen", meint Frank Becker. Er vertritt die dortige Elternschaft. Die Eltern wollen die Situation nicht mehr hinnehmen. Sie sammeln deshalb an den Schulen und Kitas im Ortsteil aktuell Unterschriften für einen Einwohnerantrag, der die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und das Bezirksamt zum Einlenken bewegen soll.

Die Eltern fordern eine tägliche Reinigung der Böden der Klassenräume. In den Grundschulen wird bislang nur zweimal pro Woche feucht durchgewischt. Eine weitere Forderung im Einwohnerantrag: Die Schultoiletten sollen zweimal täglich gewischt werden - die Fußböden und die Keramik. Zudem sollen die Schulen zweimal im Jahr grundgereinigt werden. 1000 Unterschriften werden benötigt, damit der Antrag Eingang in die BVV Lichtenberg findet.

"Mehr Reinigung in den Schulen ist immer richtig", sagt Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD). Sie verweist jedoch darauf, dass der Bezirk bereits mehr Reinigungsleistung von entsprechenden Firmen einkaufen will. Mehr Reinigungseinsatz sei aber wegen der Ausschreibungspflicht nicht vor 2015 zu erwarten. Und auch dann werden die Klassenräume im Wechsel jeweils in der einen Woche zweimal und in der darauf folgenden dreimal gewischt.

Den Eltern reicht das nicht. "Deshalb wollen wir uns vernetzen und so gemeinsam mehr erreichen", sagt Heike Fischl. Mit einem Elternnetzwerk wollen die Väter und Mütter der Kinder an den Karlshorster Schulen und Kitas jetzt die Lösung der Probleme selbst in die Hand nehmen. Der Zusammenschluss soll den Bezirk und die Senatsverwaltung wachrütteln. Denn die Eltern fühlen sich von den zuständigen Behörden wenig beachtet. Wie zäh so ein Kampf sein kann, das erfuhren die Eltern, als sie in den vergangenen Jahren für die Sanierung der Grundschule Karlshorst kämpften. "Es hat fast eine Ewigkeit gedauert, bis das Geld für die Sanierung da war", berichtet Fischl. Tatsächlich wird jetzt saniert. "Unser Einsatz war ein Erfolg", sagt sie.

Doch noch sind nicht alle Probleme an den Schulen gelöst. "Wir befürchten, dass die künftige Schulversorgung auf der Strecke bleibt, wenn sich die Neubaugebiete im Ortsteil entwickeln", sagt Dirk Gawlitza. Sein Kind geht noch in die Kita, doch auch er ist dem Elternnetzwerk beigetreten. Die Bebauung in der Siedlung am Carlsgarten und weitere Wohnbauprojekte könnten für mehr Zuzug sorgen, als prognostiziert, befürchtet Gawlitza.

Schon jetzt sind die Grundschulplätze in Karlshorst knapp. Anbauten an der Richard-Wagner-Schule und der Grundschule Karlshorst sollen das Problem für das kommende Schuljahr lösen. Für künftige Neubauten fehlt es aber an Grundstücken. "Das Bezirksamt kommt regelmäßig zu spät, wenn es darum geht, Grundstücke für die Schulversorgung zu sichern. Private Investoren sind da schneller", so der Vorwurf von Ulrich Karlsen. Auch er bringt sein Kind noch in die Kita und fürchtet, dass in Zukunft die Grundschulplätze in Karlshorst ausgehen werden. Frank Becker: "Wir fordern deshalb vom Bezirk, dass Reserven gebildet werden. Es müssen Grundstücke frei bleiben."


Karolina Wrobel / KW
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