Geruchsfrei und umweltfreundlich: Bezirk lässt weitere Öko-Toiletten aufstellen

Sägespäne sorgen bei den "EcoToiletten" für Geruchsfreiheit, erklärt Geschäftsführer Sven Riesbeck. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die Trockentoilette ist eine ökologische und kostengünstige Lösung des Sanitärproblems. Der Bezirk setzt auf die Idee zweier Berliner und installiert fünf dieser Öko-Toiletten.

"Die Idee kam mir für meine Abiturarbeit: Da wollte ich die Frage beantworten, wie die Sanitärkrise auf der Welt bewältigt werden kann", erinnert sich Sven Riesbeck. Der heute 26-jährige Berliner weiß: "Rund eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu einer Sanitärversorgung. Das ist nicht nur ein Problem in den Dritte-Welt-Ländern." Auch die Bewohner deutscher Großstädte vermissen oft öffentliche Toiletten. Denn das Aufstellen und Warten solcher WCs ist kostspielig. Um diese "stillen Örtchen" rein zu halten, sorgt zudem allzu oft die "Chemiekeule".

Funktioniert ohne Chemie

In Lichtenberg geht der Bezirk seit vergangenen Jahr einen anderen Weg: So wird derzeit das Konzept der "EcoToiletten" erprobt. Deren Geschäftsführer Sven Riesbeck entwickelte gemeinsam mit seinem Team eine moderne Form der Trockentoilette, die zunächst in Indien erprobt wurde. Statt Wasser gibt es Sägespäne und Rindenschrot: Sie saugen alle Feuchtigkeit auf. So soll diese Ökotoilette geruchsfreier sein, als herkömmliche "Chemietoiletten". Bislang wurde eine solches WC am 24-Stunden-Anleger an der Rummelsburger Bucht sowie am Parkplatz unter der Falkenberger Brücke, in der Nähe des Kinos an der Wartenberger Straße, erprobt.

Jetzt kommen die Standorte Landschaftspark Herzberge, Fennpfuhlpark und Rheinsteinpark hinzu. "Wir haben bislang gute Erfahrungen mit diesen Toiletten gemacht", lautet die Bilanz von Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Von der Lösung verspricht sich der Bezirk eine nachhaltige Lösung für die "drängendsten Probleme" vieler Parkbesucher. Voraussetzung für den Betrieb dieser Toiletten ist allerdings immer ein lokaler Ansprechpartner, der ein Auge auf die Klosetts hat. Das ist nötig, um Vandalismus vorzubeugen. Im Fall des WCs an der Rummelsburger Bucht engagieren sich beispielsweise die dort ansässigen Bürgerinitiativen- und -Vereine. Im Landschaftspark Herzberge haben die Mitarbeiter des Vereins "Agrarbörse Deutschland Ost" diese Aufgabe übernommen.

Übrigens sind alle Öko-Toiletten nun auch barrierefrei. Es gibt eine Rampe ins Häuschen und im Inneren der Kabine fest montierte Haltegriffe. "Das war auch der Wunsch vieler Menschen", berichtet Nünthel. Die EcoToiletten GmbH übernimmt das wöchentliche Entleeren und Reinigen der Kabinen. Der Inhalt wird kompostiert. KW
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