Gewaltätige Übergriffe auf Amtsmitarbeiter gestiegen

Lichtenberg. Gewalttätige Übergriffe auf Mitarbeiter im Amt für Soziales nehmen zu. Ursache dafür sollen die Zunahme psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung sein und lange Wartezeiten, heißt es im Bezirksamt.

"Gefährdungs- und Konfliktsituationen sowie Übergriffe durch Bürger gegenüber Mitarbeitern häufen sich in den letzten Jahren im Amt für Soziales", schreibt das Bezirksamt im Auftrag von Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Robert Pohle (Bündnis 90/ Die Grünen). Pohle wollte vom Bezirksamt wissen, warum zuletzt so viel Geld für den Einsatz von Wachschutz im Sozialamt in der Straße Alt-Friedrichsfelde 60 und auch im Tuberkulosezentrum in der Deutschmeisterstraße 24 ausgegeben wurde.

Die Antwort des Bezirkes: Die Mitarbeiter seien immer wieder bedroht worden. Die Ursache dafür sieht das Amt in der steigenden Anzahl von Bürgeranfragen, die lange Wartezeiten nach sich ziehen. Vor allem im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Fachstelle für soziale Wohnhilfe und dem Tuberkulosezentrum stiegen die Fallzahlen – und damit die Wartezeiten. Zudem würden psychische Erkrankungen der Hilfesuchenden ebenfalls zunehmen, so die Einschätzung des Amtes. In der Folge kommt es immer wieder zu "Unmut bis hin zu Aggressionen".

Beispielhaft sei die Überforderung im Tuberkulosezentrum im Oktober 2015 gewesen. Hier "hatte sich das Klientenaufkommen unbeherrschbar erhöht". Täglich kamen 130 Personen und mehr als 100 Kinder. "Die Mitarbeiter waren einer verbalen und physischen Konfliktlage ausgesetzt, Bedrohungen erfolgten täglich. Konflikte mit Androhung körperlicher Gewalt erforderten einen hohen Schlichtungsbedarf." Es kam sogar zu einer Eskalation mit rund 20 Personen, hier musste die Polizei mit einem "größeren Aufgebot" anrücken. Schuld, so das Bezirksamt in seiner Antwort an Pohl, sei auch die damalige Situation am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) gewesen. KW
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