Oliver Forster erhält Bezirkstaler: Er rettete einen Achtjährigen vor dem Ertrinken

Oliver Forster (l.) erhielt aus den Händen des Bürgermeisters Michael Grunst (Die Linke) den Bezirkstaler und eine Urkunde für seinen Einsatz. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Es ging um Leben und Tod: Im vergangenen Winter haben Oliver Forster und Thomas Kindler ohne zu zögern geholfen, als ein Achtjähriger im Eis des Malchower Sees eingebrochen war.

Nachdem Thomas Kindler bereits vor einigen Monaten mit einem Bezirkstaler für die Rettung des kleinen Jungen geehrt wurde, musste Oliver Forster auf diese Ehrung aus gesundheitlichen Gründen zunächst verzichten.

Umso mehr freute sich der Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke), das Engagement des 49-Jährigen aus Pankow nun endlich mit dem Bezirkstaler würdigen zu können. "Es war ein echter Zufall, dass wir zu dem Zeitpunkt am Malchower See spazieren gingen", sagt Oliver Forster. Er kann sich noch gut an diesen Januartag des Jahres 2016 erinnern. Gemeinsam lebte er damals mit Thomas Kindler in der benachbarten Einrichtung der Stiftung Synanon. Beide wollten bei einem Spaziergang die kalte klare Luft genießen. Plötzlich erblickten sie eine Frau, die etwa 20 Meter vom Ufer entfernt verzweifelt versuchte, ein im Eisloch steckendes Kind an der Oberfläche zu halten. "Thomas rannte sofort zu der Frau, ich zu einer Gruppe Kinder, die einen Schlitten hatten." Den Schlitten sollte der eingebrochene Junge nutzen, um sich daran festzuhalten. "Doch der Kleine war schon sehr schwach", erinnert sich Forster. Der Achtjährige versank immer mehr ins eiskalte Wasser. Und unter den beiden Rettern begann das Eis zu brechen. "Die Polizei und Lebensretter waren schon alarmiert und wir sahen auch schon das Blaulicht." Doch die Zugänge zum See waren gesperrt, da der Schrankenschlüssel zunächst fehlte, berichtet Oliver Forster.

Mit viel Mühe gelang es den beiden Männern schließlich doch, den Jungen aus dem Eisloch zu ziehen und ans Ufer zu bringen. Sie begannen sofort damit, die nasse Kleidung des Jungen gegen die eigenen Jacken zu tauschen. Noch immer ist Forster bewegt, wenn er sich daran erinnert, das schlotternde Kind in den Armen zu halten.

Polizei und Feuerwehr versorgten das Kind dann weiter. "Mein Dank gilt auch den Polizisten, die unglaublich nett waren. Sie haben mich und meinen Begleiter sofort ins Auto gesetzt, Decken gereicht und die Heizung aufgedreht." Wie es zu dem Unfall kam? Der Junge wollte wohl Enten füttern, kam im Nachhinein heraus. Thomas Kindler und Oliver Forster von den Medien als Retter gefeiert. Auch deswegen zog sich Forster erst mal zurück. Über die jetzige Anerkennung in Form des Bezirkstalers freut er sich aber. Dabei weiß er: "Helfen geht auch ohne Anerkennung". KW
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