Schutzräume für Ältere: Seniorenvertretung will sich für Demenzkranke im Bezirk einsetzen

Der neue Vorstand der Seniorenvertretung (v.l.): Renate Moors, Gunar Klapp, Helga Seliger, Brigitta Nöthlich. Foto: Bezirksamt Lichtenberg (Foto: Bezirksamt Lichtenberg)

Lichtenberg. In Charlottenburg und Pankow gibt es sie bereits: Schutzräume für an Demenz erkrankte Menschen. Die neu konstituierte Seniorenvertretung Lichtenberg möchte diese Idee diskutieren.

„Wir wollen uns verstärkt dem Thema "Wachsende Stadt" widmen und uns damit auseinandersetzen, was diese Entwicklung gerade für Senioren und andere Generationen bedeutet“, sagt Renate Mohrs. Seit mehreren Jahren ist die 67-Jährige in der Seniorenvertretung engagiert. Als bisherige stellvertretende Vorsitzende des Gremiums erhielt sie bei der letzten Wahl im April die meisten Stimmen der Senioren im Bezirk.

Renate Mohrs ist nun für eine weitere, fünfjährige Amtszeit aufgerückt: Sie übernimmt das Amt des bisherigen Vorsitzenden Jürgen Steinbrück, der nicht mehr zur Wahl antrat. Mit neuen Schwerpunkten will sie eine Debatte über die Situation vieler Senioren im Bezirk anstoßen.

„Erkrankungen wie Demenz müssen stärker zum öffentlichen Thema gemacht werden. Diese Menschen brauchen Schutz“, findet Renate Mohrs. Denn in Lichtenberg gibt es nicht nur einen Zuzug von Familien zu verzeichnen. Auch die Zahl hochbetagter Menschen steigt stetig.

Eine stärkere Vernetzung zwischen den Dienstleistern im Bereich Pflege böte eine Chance, auf diese Entwicklung zu reagieren. Aber auch eine neue Einrichtung: Sogenannte „Schutzräume für Demenzkranke“ gibt es schon in anderen Bezirken, etwa in Charlottenburg und Pankow.

Ob solche Schutzräume im Bezirk Lichtenberg sinnvoll sind, möchte Renate Mohrs nun in der Seniorenvertretung und in der Politik diskutieren. „Wer orientierungslos und verwirrt herumirrt, der soll durch eine Odyssee der Zuständigkeiten nicht noch zusätzlich Stress ausgesetzt werden“, so Mohrs.

Die Polizei hätte mit einer Schutzraum-Einrichtung einen kompetenten, weil vernetzten und zentralen Ansprechpartner, wenn sie eine demente und hilflose Person auffindet. Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zeigt sich aufgeschlossen, über solche Schutzräume zu reden: „Ich werde mich einer solchen Diskussion, die ich mit der Seniorenvertretung führen werde, nicht verschließen." KW
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