Studie: Wie zufrieden sind ältere Menschen im Bezirk?

Die Sozialstadträtin Kerstin Beurich (SPD) stellte mit Professor Karlheinz Ortmann Ergebnisse vor. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die Zufriedenheit älterer Lichtenberger ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bezirksamt in Auftrag gegeben hatte.

Wie steht es um die medizinische Versorgung, das Wohnumfeld, das Freizeitangebot, den öffentlichen Nahverkehr? Rund 1700 Menschen ab 55 Jahren beantworteten mehr als 50 Fragen zu ihren Lebensumständen.

Am 26. März stellte Sozialstadträtin Kerstin Beurich (SPD) einige Punkte vor - zusammen mit Professor Karlheinz Ortmann von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen (KSHB), die mit der Umfrage betraut worden war.

Besonders auskunftsfreudig hatte sich die Altersgruppe der 66- bis 79-Jährigen gezeigt. Die wenigsten Aussagen zu ihrer Zufriedenheit machten Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Insgesamt zeigten sich die Senioren 2014 zufriedener als im Jahr 2009, als eine erste Studie gemacht worden war.

In Schulnoten ausgedrückt stieg die Gesamtzufriedenheit von 2,8 auf 2,6. Besonders positiv äußerten sich die Senioren über die Apotheken-Versorgung, den sozialen Kontakt zur Familie und die Wohnungsgröße.

Verbesserungsbedarf sehen sie beim allgemeinen sozialen Zusammenhalt der Menschen im Bezirk. Durchschnittsnote: befriedigend. Auch fühlen sich viele Senioren bei Dunkelheit nicht sicher auf der Straße. Zudem beklagten sie den Mangel an öffentlichen Toiletten und Sitzgelegenheiten.

In welchem Kiez lebt es sich wie? Die schlechteste Note (2,9) erhielt das Wohnviertel Friedrichsfelde-Nord. Am wohlsten fühlen sich die Senioren im Norden von Alt-Hohenschönhausen, in der Frankfurter Allee Süd und in Karlshorst (Gesamtbewertung 2,3). Am stärksten gestiegen ist die Zufriedenheit in den "Dörfern" Malchow, Falkenberg und Wartenberg.

Bemerkenswert seien die Antworten auf die Pflegebelastung in der Familie ausgefallen, erklärte Professor Karlheinz Ortmann. Mehr als jeder Zehnte pflege nämlich einen Angehörigen. Die meisten von ihnen gehören der Altersgruppe zwischen 66 und 79 Jahren an. "Doch auch die Pflegelast unter den Hochaltrigen ist hoch", sagte Ortmann.

Die Mehrheit der Befragten wisse allerdings nicht, dass sie sich als Pflegende Unterstützung und Hilfe holen können - über 69 Prozent der Befragten kannten die beiden Pflegestützpunkte im Bezirk nicht. Deshalb seien sie hier noch einmal genannt: Sie befinden sich in der Einbecker Straße 85 ( 983 17 63) und in der Rummelsburger Straße 13 im Sana-Gesundheitszentrum ( 259 35 79 55). Allgemeine Informationen über Pflegestützpunkte gibt es unter www.pflegestuetzpunkteberlin.de.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie 2014 sollen laut Bezirksamt im Juni vorliegen und veröffentlicht werden.


Karolina Wrobel / KW
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