Wegen IT-Umstellung schließen die Bürgerämter

Die Umstellung braucht Zeit - auch Wolfgang Bürkholz arbeitet im Bürgeramt 2 noch mit alter Software. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Um Diebstahl von persönlichen Daten der Bürger zu vermeiden, müssen die Computer in den Bürgerämtern umgestellt werden. Das geht nicht ohne zweitägige Schließung.

"Die Schließung ist notwendig, um die Stabilität der Servicesysteme in den Bürgerämtern zu garantieren", sagt der für den IT-Bereich im Bezirksamt zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke). Seit 2011 arbeiteten die Mitarbeiter des Bezirksamtes mit dem Betriebssystem Windows XP. Besonders drängend wurde das Problem im Frühjahr, als der Hersteller Microsoft die Sicherheitsaktualisierungen für Windows XP einstellte. Obwohl das Ende dieser Aktualisierungen auch der Berliner Verwaltung bekannt war, verschlief sie es, das Betriebssystem rechtzeitig zu ersetzen. Wird das alte System ohne Sicherheitsaktualisierungen weiter verwendet, wächst das Risiko des Datendiebstahls.

"Auch wir im Bezirk haben zu spät mit der Umstellung angefangen", sagt Andreas Prüfer. Diese Umstellung wird sich noch bis ins Jahr 2015 hinziehen. Doch völlig Schutzlos sind die Daten während dieser Zeit nicht. Denn das IT-Dienstleistungszentrum Berlin hat mit Microsoft eine Verlängerung der Sicherheitsaktualisierungen bis ins kommende Jahr vereinbaren können.

Trotzdem müssen die Experten in wenigen Monaten an alle 1600 Computer-Arbeitsplätze im Bezirksamt Lichtenberg ran. So eine Umstellung ist in der Verwaltung sehr viel schwieriger, als auf dem heimischen Computer. "Das Aufspielen des Betriebssystems ist eigentlich ganz einfach. Schwierigkeiten machen aber die einzelnen Fachverfahren, die integriert werden müssen", weiß Prüfer. Ordnungswidrigkeitsverfahren werden beispielsweise in einer eigenen Software verarbeitet, ebenso die Meldeverfahren im Bürgeramt. Die müssen jedoch mit dem Betriebssystem fehlerfrei kommunizieren. Insgesamt kostet die IT-Umstellung den Bezirk 4 Millionen Euro. Teuer ist das auch deswegen, weil der Bezirk über die Jahre kaum Geld für den Ersatz angespart hat. "So wurde alles in einem Rutsch fällig", sagt Prüfer.

In einem Rutsch hofft der Bezirk deshalb auch die Computer in allen vier Bürgerämtern flott zu machen. Allein die technische Umstellung auf Windows 7 erfordert Zeit, zudem müssen die Mitarbeiter geschult werden. Aus diesen Gründen muss am 13. und 14. Oktober das Bürgeramt 4 in der Große-Leege-Straße 103 schließen. Danach ist das Bürgeramt 3 in der Otto-Schmirgal-Straße im Center am Tierpark dran. Es schließt vom 15. bis zum 17. Oktober. Am 20. und 21. Oktober wiederum stellt das Bürgeramt 2 in der Normannenstraße 1-2 seine IT-Technik um. Und am 27. und am 28. Oktober wird zuletzt das Bürgeramt 1 in der Egon-Erwin-Kisch-Straße 106 an beiden Tagen keine Anliegen bearbeiten.

Während den angegebenen Zeiten können auch keine bereits ausgestellten Dokumente abgeholt werden. Und auch außerhalb der Schließtage könne es zu weiteren Einschränkungen im Sprechstundenbetrieb kommen, heißt es seitens des Amts für Bürgerdienste.


Karolina Wrobel / KW
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