Zweites Berliner "Willkommen in Arbeit"-Büro für Flüchtlinge eröffnet

Der Mitarbeiter des neuen Willkommen-in-Arbeit-Büros, Yasser Nassar (links), spricht mit Hamid Hassan Shahi (rechts) über seine Chance auf einen Job. (Foto: Wrobel)
Berlin: Flüchtlingsunterkunft Ruschestraße |

Lichtenberg. Ende April eröffnete das "Willkommen in Arbeit"-Büro in der Großunterkunft in der Ruschestraße. Hier bekommen Flüchtlinge Rat, wie sie Arbeit und Bildung erhalten.

"Ich brauche einen Job", sagt Hamid Hassan Shahi auf Englisch. Der 40-jährige Iraner war in seiner Heimat Ingenieur für Straßenbau. In Deutschland hofft er auf "irgendeinen Job". Der 20-jährige Markus Sheikh aus Syrien hofft wiederum, in Deutschland sein Informatikstudium weiter fortführen zu können. "Vorher muss ich dringend Deutsch lernen", sagt er. Die beiden Männer wissen, dass sie viele Hürden nehmen müssen, um ein Studium beginnen zu können oder in Arbeit zu kommen.

Hier soll das "Willkommen in Arbeit"-Büro helfen, das Ende April in der Großunterkunft in der Ruschestraße 104 seine Arbeit aufnahm. Es ist das zweite Büro dieser Art in Berlin. Das erste war im ehemaligen Flughafen Tempelhof eröffnet worden. "Das Büro soll schnell und vor Ort Angebote für Arbeit und Bildung zusammen zu bringen", sagte der Staatssekretär für Arbeit, Boris Velter (SPD), bei der Eröffnung.

Deshalb steht ein Team aus zehn Mitarbeitern den Ratsuchenden zur Seite. Bildungsberater klären hier auf, wer für eine Ausbildung in Frage kommt, welche Zeugnisse anerkannt werden und helfen auch beim Aufsetzen eines Lebenslaufs. Daneben gibt es die Arbeitsvermittler vom Jobcenter, die eine Übersicht zu aktuellen Stellenangeboten mitbringen. Jobcoaches wiederum stehen begleitend für erste Schritte in einem Unternehmen zur Seite. Integra-tionslotsen helfen beim Ausfüllen von Anträgen, begleiten zu Ämtern und Behörden.

"Trotz unserer Manpower haben wir aber wenig Möglichkeiten, diese Menschen gleich in einen Job zu vermitteln", sagt die Projektleiterin des Büros, Christiane Hansen. "Viele Arbeitgeber setzen die Kenntnis der deutschen Sprache voraus. Zudem ist das Bildungsniveau der Menschen unterschiedlich." Mehr Deutschkurse und mehr Übersicht zu den Problemlagen der Menschen seien nötig, so Hansen. Dass es um einen Versuch gehe, sich an den Arbeitsmarkt heranzutasten, hob Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) hervor: "Wir wollen nichts vom Schreibtisch aus entwickeln, sondern etwas erarbeiten, was wirklich hilft." KW
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