Bezirksamt kritisiert Vorgehen des Landesamtes

Neu-Hohenschönhausen. Am 7. Januar mussten die beiden Sporthallen in der Klützer Straße ihren Betrieb einstellen. Bis voraussichtlich Mitte April werden sie als Quartiere für Flüchtlinge gebrucht. Zufrieden mit dieser Lösung ist niemand.

Zurzeit kommen sehr viele Flüchtlinge nach Berlin, und sie müssen untergebracht werden. Schon im Dezember hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) deshalb begonnen, Unterkünfte in Sporthallen einzurichten. Die Entscheidung, auch an der Klützer Straße Notquartiere zu schaffen, kam jedoch überraschend. Das Lageso hatte die Hallen von einem Tag auf den anderen beschlagnahmt und mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes für die Flüchtlinge hergerichtet.

Darüber sind viele Anwohner sauer. Felix Gerstel von der Sport- und Spielgemeinschaft Humboldt aus Wartenberg sagt: "Wir trainieren vor allem Kinder aus der Gegend, die aus verschiedenen sozialen Kreisen und Herkunftsländern kommen. Unsere Existenz und unsere Arbeit sind jetzt gefährdet."

Auch im Lichtenberger Bezirksamt ist man verärgert und fühlt sich überrumpelt. "Wir kritisieren die Kurzfristigkeit, die für Betroffenen eine besondere Belastung darstellen und zu unnötigen Irritationen und Unmut führen. Sporthallen können keinesfalls eine langfristige Unterbringungsmöglichkeit sein", heißt es.

Nicht auf Hetzer hören

Man arbeite daran, Lösungen zu finden, um den Sport und Trainingsbetrieb fortzusetzen zu können. Lichtenbergs stellvertretender Bürgermeister Andreas Prüfer (Die Linke) und Sportstadträtin Kerstin Beurich (SPD) warnen jedoch davor, in dieser Situation auf hetzerische Parolen hereinzufallen. Schließlich hätten die Lichtenberger in den vergangenen Monaten viel Solidarität mit den vor Verfolgung und Krieg flüchtenden Menschen gezeigt.

Das sieht unsere Leserin Hanka Friedrich ganz ähnlich. Sie schreibt: "Es geht nicht um die Unterbringung der Flüchtlinge an und für sich, sondern um die Art und Weise der Umsetzung seitens des Senats. Die Menschen fühlen sich zurückversetzt in DDR-Zeiten, in der man der Willkür der Oberen ausgesetzt war."


Michael Kahle / m.k.
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