Lichtenberg ist Partner im Pilotprojekt zur Mobilitätswende

Die Lichtenberger Klimaschutzbeauftragte Kirsten Schindler und René Waßmer vom VCD sind Partner für die Mobilitätswende. (Foto: Berit Müller)
 
Wie sieht klimafreundliche Fortbewegung aus? Darüber diskutierten René Waßmer und Kirsten Schindler am 15. November im Rathaus Lichtenberg mit vielen Gästen. (Foto: Berit Müller)

Wenn es um Vorzeigeprojekte zu klimafreundlichen Fortbewegungsmitteln geht, hinkt die Bundesrepublik im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinterher. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sucht jetzt im Auftrag des Umweltministeriums den Dialog in puncto „Mobilitätswende“ – und Lichtenberg ist dabei Praxispartner.

„Vor vier Jahren wäre solch ein Vorhaben hierzulande noch gescheitert“, sagt René Waßmer, Projektleiter beim VCD. „Da sind die Schweiz, Österreich, Belgien schon viel weiter. Jetzt ist die klimafreundliche Mobilität endlich auch hier ein Thema. So haben wir seit Beginn unseres landesweiten Dialogs sehr viel mehr positive Resonanz bekommen, als erwartet.“

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit setzt der VCD seit Anfang 2017 ein dreijähriges Projekt mit dem Titel „Wohnen leitet Mobilität“ um. Ansprechpartner sind vor allem Wohnungsunternehmen, Kommunen und Dienstleister in Sachen Mobilität – also Verkehrsbetriebe, Anbieter von Carsharing, Leihrädern und ähnliche Unternehmen – aber auch Stadtplaner, Architekten, andere Experten.

Weil die Wohnlage die Wahl der Verkehrsmittelwahl maßgeblich beeinflusst, wollen die Partner vor allem eines herausfinden: Wie klimaverträgliche Verkehrsmittel in den Quartieren so attraktiv werden können, dass sie eine echte Alternative zu privaten Autofahrten bieten. „An der Haustür entscheidet sich, welche Verkehrsmittel wir nutzen“, sagt René Waßmer. „80 Prozent aller Wege starten und enden hier. Dieses Potenzial für eine klimaverträgliche Mobilität werden wir nutzen. Wir wollen zeigen, wie wir intelligent und bequem mobil sein können.“ Dass es in Berlin eine Menge Handlungsbedarf gibt, räumt der VCD-Experte ein. „Deshalb haben wir die Mobilitätsdienstleister dabei.“

Zentrales Anliegen des Dialogs ist es auch, in den Wohnvierteln Alternativen zu privaten Autofahrten beziehungsweise öffentlichen Verkehrsmitteln bereitzuhalten. „Carsharing“ heißt eine. „In diesem Bereich tut sich aktuell viel in Berlin“, so Waßmer. „Doch es gilt auch noch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen.“ So sei es vor allem wichtig, den Menschen diese und ähnliche Angebote jenseits der Fahrt mit dem eigenen Pkw schmackhaft zu machen. „Das wird eine Pflichtaufgabe“, sagt die Klimaschutzbeauftragte des Bezirksamts, Kirsten Schindler. „Ob wir es wollen oder nicht – der Weg in der Großstadt führt zum Carsharing.“ Dabei gehe es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinder zu agieren. „Wir müssen positive Beispiele zeigen.“

Das „geteilte“ Auto war auch Schwerpunktthema des ersten berlinweiten Dialogforums des VCD am 15. November im Rathaus Lichtenberg. Den familienfreundlichen Bezirk hat der Verkehrsclub in der Region Berlin-Brandenburg zum Praxispartner für sein Projekt erkoren. Nicht zuletzt, weil Lichtenberg sich bereits intensiv mit neuen Mobilitätskonzepten inklusive Carsharing beschäftigt hat. So unterstützt der Bezirk stationsbasierte Charsharing-Unternehmen beim Aufbau von Standorten.

„Lichtenberg hat in den vergangenen Jahren einige Pilotprojekte angeschoben, Diskussionen angeregt und das Thema klimafreundliche Mobilität immer wieder in den Fokus gerückt“, berichtet Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke). „Unsere Erfahrungen – etwa im Zusammenhang mit Carsharing – stellen wir gern als fachlichen Input zur Verfügung.“
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