Unfallgefahr an Kreuzung der Fankfurter Allee muss entschärft werden

Viel befahren, aber kein Unfallschwerpunkt: Sebastian Schlüsselburg, Evrim Sommer (beide Die Linke) inspizieren mit den Verkehrssicherheitsberatern Alexander Pusslach und Nicole Merkel die Kreuzung. (Foto: Wrobel)
 
Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) macht eine Unfallquelle zwischen Radweg und U-Bahn-Ausgang aus. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die meisten Unfälle im Bezirk zählt die Polizei an der Kreuzung Frankfurter Allee/ Möllendorffstraße/ Gürtelstraße. Die Abgeordnete Evrim Sommer (Linkspartei) ging zusammen mit Verkehrssicherheitsberatern der Polizei den Ursachen auf den Grund.

Insgesamt 65 Unfälle zählte die Polizei noch im Jahr 2014 an der Kreuzung Frankfurter Allee/ Möllendorffstsraße/ Gürtelstraße. In diesem Jahr wird die Zahl wohl kaum geringer ausfallen. Denn bis zum Juli 2015 zählten die Beamten an dieser Stelle bereits 51 Unfälle. So lautet die Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf Nachfrage der Abgeordneten Evrim Sommer (Linkspartei).

Damit führt die Kreuzung die Liste der Standorte mit den meisten Verkehrsunfällen im Bezirk erneut an. Welche Ursachen es dafür gibt, das wollte Sommer zusammen mit dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der Linken in Lichtenberg, Sebastian Schlüsselburg, und zwei Experten bei einem Termin vor Ort herausfinden.

"Die Kreuzung ist für uns kein Unfallschwerpunkt", sagt Alexander Pusslach. Der Hauptkommissar ist Verkehrssicherheitsberater des Polizeiabschnitts 64. Verglichen mit anderen Berliner Großkreuzungen, etwa dem Alexanderplatz oder dem Ernst-Reuter-Platz, weise diese Ecke keine ungewöhnlichen Unfallzahlen auf. "Baulich ist die Kreuzung einwandfrei." Die Polizei versuche bereits mit Präventionsmaßnahmen, etwa der Kontrolle zur Radfahrersicherheit, zur Senkung der Unfallzahlen beizutragen. "Diese Kontrollen werden wieder im Frühjahr verstärkt durchgeführt", sagt Pusslach. "Radfahrer sind an der Kreuzung besonders gefährdet, wenn sie von der Frankfurter Allee stadteinwärts fahren. Hier sind sie mit den Abbiegern konfrontiert, die sie nicht immer im Blick haben", weiß der Verkehrssicherheitsexperte. Eine bauliche Verbesserung der Fahrstreifenanordnung sei an dieser Stelle aber kaum zu bewerkstelligen, so Pusslach weiter. Zu Konflikten kommt es auch, wenn Radfahrer stadtauswärts auf der Frankfurter Allee an der Ecke Gürtelstraße am U-Bahn-Ausgang zum Halt kommen. Hier kollidieren Fußgänger mit den Fahrradfahrern. "Hier wäre eine Verbesserung möglich", findet Sebastian Schlüsselburg, der regelmäßig diesen Weg fährt. "Man müsste den Fahrradweg einfach auf die andere Seite des Fußgängerweges ziehen."

Neben Unfällen mit Radfahrern werden auch Unfälle bei Autos gezählt. Oft passieren die Unfälle beim Fahrstreifenwechsel. Die Zahl dieser Autounfälle habe sich seit vergangenem Jahr verdoppelt, weiß Pusslach. Gestiegen ist auch die Zahl der Rotlichtverstöße. Für die Abgeordnete Evrim Sommer sind deshalb Radfahrerkontrollen nicht genug. "Jeder Unfall ist immer einer zu viel", so Sommer. "Es ist ein erster Schritt, dass die Polizei diese Kreuzung als Unfallort auf dem Radar hat." Trotzdem müssten noch mehr Maßnahmen getroffen werden. Eine bauliche Veränderung hält Alexander Pusslach jedoch auch für Autofahrer nicht sinnvoll. Oft sei es das Verhalten der Verkehrsteilnehmer, das zu Unfällen führt. Darunter seien etwa Alkohol- und andere Drogenverstöße. Die B1/5 hat die Polizei als "Ausflugsschneise" bei feierwilligen jungen Leuten besonders im Blick. Auch hier versuche die Polizei, durch Kontrollen abzuschrecken. Die Schulung von jungen Menschen dürfe deshalb selbst bei den Jüngeren nicht vernachlässigt werden, findet Pusslach: "Ich plädiere für eine bessere Ausstattung der Jugendverkehrsschulen. Die Schülerzahlen steigen stetig, und wir als Polizei stoßen bei den Jugendverkehrsschulen mittlerweile an unsere Grenzen." KW
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