Filialnetz wird für Sparkassenkunden dünner

Lichtenberg. Gerade ältere Kunden der Berliner Sparkasse schätzen es, wohnortnah einen persönlichen Ansprechpartner zu haben. Statt Filialen gibt es aber immer öfter Selbstbedienungs-Standorte.

"Ich habe wenig Verständnis für diese Unternehmensstrategie. Die Lichtenberger brauchen Bankdienstleistungen im Kiez", sagt der Abgeordnete und Chef der Lichtenberger SPD, Ole Kreins. Die Berliner Sparkasse schließt zehn Filialen in der Stadt. In Lichtenberg ist der Standort in der Paul-Zobel-Straße 8d betroffen. Kreins kritisiert, dass sich für die im Umfeld wohnenden Kunden die persönliche Beratung damit deutlich erschwert. "Gerade Ältere müssen nun in einem unverhältnismäßigem Maße längere Wege auf sich nehmen." Die nächste Filiale befindet sich am Anton-Saefkow-Platz, rund zwei Kilometer entfernt.

Tatsächlich setzt die Sparkasse Berlin immer mehr auf Bankdienstleistungen in Selbstbedienung, also auf Standorte mit Geldautomaten und SB-Terminals, statt auf persönliche Ansprechpartner. "Durchschnittlich nutzt jeder unserer Kunden nur ein Mal pro Jahr den persönlichen Kontakt mit einem Berater", sagt der Lichtenberger Regionalleiter Andreas Dähn. Auch bei den jetzigen Filialschließungen handelt es sich um PrivatkundenCenter, die nicht ausgelastet sind. Ein Personalabbau ist mit der Schließung nicht verbunden.

Das Filialnetz im Bezirk wurde bereits ausgedünnt: Vor Jahren schloss die Filiale in der Wönnichstraße. "Auch die in der Egon-Erwin-Kisch-Straße wurde zum SB-Standort, ebenso die in der Konrad-Wolf-Straße", weiß wiederum der Abgeordnete Danny Freymark (CDU). In beiden Fällen wurde ein SB-Standort beibehalten – die Filiale in der Konrad-Wolf-Straße ersetzt nun ein SB-Standort am Hauptweg im Storchenhof-Center. Immer wieder beklagen Kunden aber auch überfüllte Filialen. "Das mag auch an der traditionellen Kasse liegen, die rege genutzt wird", sagt Dähn. Die Sparkasse hält nur noch fünf dieser Kassen in ganz Berlin vor.

An allen jetzt von Schließung betroffenen Standorten sollen die SB-Terminals bleiben – zumindest so lange, wie es die Mietverträge und Vermieter zulassen, heißt es seitens der Sparkasse. Denn immer öfter haben Vermieter Sicherheitsbedenken und sehen sich Einbrüchen und Vandalismus ausgesetzt. KW
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