Langzeitarbeitslose im Fokus: neue Projekte sollen Zahlen weiter senken

In der neuen Werkhalle der Mietwäsche-Firma Greif: Lutz Neumann, Chef des Jobcenters, die Bürgermeisterin Birgit Monteiro und der Unternehmens-Chef Markus Greif. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Die Arbeitslosenquote im Bezirk ist mit 8,2 Prozent nicht nur niedriger als im Berliner Durchschnitt, sondern auf einem historischen Tiefstand: trotz Zuzug von Arbeitslosen aus anderen Bezirken.

„Der Arbeitsmarkt in Berlin ist robust“, weiß Lutz Neumann. Der Chef des Lichtenberger Jobcenters freut sich: Dank der stabilen Wirtschaft gibt es mehr Jobs. Bis Mai dieses Jahres hat das Jobcenter 3300 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 8500 Menschen – rund 1000 Menschen davon waren zuvor viele Jahre ohne Arbeit. Für die Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) ist die aktuelle Arbeitslosenquote deshalb ein „Riesenerfolg“ – auch, weil sie deutlich unter dem Berliner Durchschnitt von 9,5 Prozent liegt. „Wir haben eine konstant sinkende Unterbeschäftigungsquote“, so Monteiro.

Doch viele Probleme bleiben, einige kommen neu hinzu. Nicht neu ist die Hilfebedürftigkeit von Alleinerziehenden. Sie machen noch immer mit 65,3 Prozent die größte Gruppe unter den Hartz-IV-Beziehern im Bezirk aus. Neu hingegen ist der Zuzug von Arbeitslosen. Im vergangenen Jahr zogen 359 Menschen aus neun Bezirken – darunter sind die Nachbarbezirke Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg – nach Lichtenberg. Die Bürgermeisterin wertet es als positiven Trend: „Es bedeutet, dass bei uns die Mieten niedriger sind.“

Viele Stellen in der Bezirksverwaltung werden frei

Mit neuen Kooperationen will der Bezirk nun noch mehr Menschen in Beschäftigung bringen. Dazu zählt nicht nur eine Job-Offensive der Bezirksverwaltung: Bis zum Jahr 2020 werden mehr als 400 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. „Wir haben schon jetzt Bedarf an neuen Arbeitskräften und Auszubildenden“, sagt Monteiro. Zudem soll ein neues Projekt arbeitslose Eltern ansprechen. Hier sollen Unternehmen in Schulen Jobmöglichkeiten besser kommunizieren. „Passende Berufe mit den jeweiligen Menschen zusammenzubringen bleibt eine Herausforderung“, bilanziert die Bürgermeisterin. Das bestätigt auch der Unternehmer Markus Greif. Derzeit baut er in der Pablo-Picasso-Straße die größte Wäscherei Deutschlands. Sie wird im April 2017 voll in Betrieb gehen. Neue Mitarbeiter in der Produktion würden aber schon ab Oktober dieses Jahres gebraucht. Doch diese zu finden, sei schwierig, sagt Markus Greif. KW
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