Fund aus Raubgrabung steht im Berliner Museum

Berliner Goldhut
Auf dem ersten Blick denkt man an einen goldenen Kegel, der schwebend unter dem Sternenhimmel angestrahlt wird. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich das „Goldstück“ im Neuen Museum in Berlin als Zeremonialhut (besser bekannt als Berliner Goldhut).

Er ist aus einem einzigen Stück gearbeitet, ohne Naht, von allen Seiten gleich. Das Goldblech ist papierdünn ausgetrieben, so dass das Stück trotz seiner Höhe von 74 Zentimetern nur 490 Gramm wiegt. Der Hut ist ein Meisterwerk spätbronzezeitlicher Goldschmiedekunst und wird auf 3000 Jahre geschätzt.
Der Berliner Goldhut wurde 1996 vom Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte als Fund ohne Fundort, also vermutlich aus einer Raubgrabung stammend, aus dem Kunsthandel erworben. Anhand des Ornamentvergleichs mit anderen, genauer zu datierenden Fundstücken wird der Zeitpunkt seiner Herstellung auf die ausgehende Bronzezeit, etwa 1000 bis 800 v. Chr., datiert. Als ursprünglichen Fundort vermutet man Süddeutschland oder die Schweiz.

3000 Jahre alte Kopfbedeckung

Inzwischen ist sicher, dass es sich um eine zeremonielle Kopfbedeckung handelt, doch bis heute sind die Rätsel um das goldene Prunkstück noch nicht endgültig geklärt. Man geht davon aus, dass die Goldhüte religiös-kultischen Zwecken dienten und von Priestern eines in der späten Bronzezeit in Zentraleuropa verbreiteten Sonnenkultes verwendet wurden Er ist das am Besten erhaltene Exemplar aus einer Gruppe von inzwischen vier bekannten, kegelförmigen Goldhüten aus der Bronzezeit, die im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts im süddeutschen Raum (Goldblechkegel von Ezelsdorf-Buch, Goldener Hut von Schifferstadt) und Frankreich (Goldblechkegel von Avanton) in mehr oder weniger gutem Erhaltungszustand gefunden wurden. Quelle: Wikipedia, Neues Museum Berlin, Text und Foto: Klaus Tolkmitt
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