Lichtenrader Designerin verarbeitet Verpackungsmüll zu Taschen

Carol Santos in ihrem Lichtenrader Atelier. (Foto: HDK)

Lichtenrade. Auf den ersten Blick sieht es aus wie Leder. Beim Anfassen fühlt es sich zunächst ebenfalls wie Leder an. Wonach die schicken Taschen nicht aussehen und sich nicht anfühlen – das sind tatsächlich Filtertüten.

Die aus gebrauchten Kaffee-Filtertüten hergestellten Taschen sind sozusagen der neueste Geniestreich von Carol Santos. Die aus dem brasilianischen Amazonasgebiet stammende Modedesignerin hat in ihrem Lichtenrader Atelier so lange getüftelt, probiert und verworfen, bis sie aus mehrlagig zusammengeklebten und nach Geheimrezept gefirnisten Tüten (keine gebleichten) den gewünschten Effekt erzielt hatte und das wasserfeste Ergebnis nun wie Leder an der Nähmaschine zu Damentaschen verarbeitet.

Aber Filtertüten sind längst nicht alles. Santos wirft nichts weg, sondern hat den von der Verpackungsindustrie produzierten Wohlstandsmüll als schier unerschöpfliche Quelle für kunsthandwerkliche Kreationen mit unterschiedlichsten Gebrauchsmöglichkeiten entdeckt. Ob zum Beispiel leere Milchtüten, Joghurtbecher oder die nach dem Abwickeln der Toilettenpapierrolle übrig bleibenden Pappzylinder. All diese Dinge sind für Carol Santos brauchbares Material für die Herstellung von originellen Mode- und Schmuckartikeln, Gebrauchs-, Deko- und Geschenkideen.

Die Kreativität fängt übrigens schon beim Einkaufen unter besonderer Betrachtung der jeweiligen Verpackung an. "Diese Dinge inspirieren mich und ich habe sofort eine Idee, was anschließend Neues daraus werden kann", beschreibt die Künstlerin ihre Materialsuche im Supermarktregal. Im Endeffekt heißt das, dass beispielsweise eine einst beliebige Konservendose nun als formvollendete Schmuckbox brilliert, der Papierrollenkern eine neue Bestimmung als Blumenhalter erhält oder das Marmeladenglas als magisches Teelicht glänzt.

Aber egal ob nun Konservendose oder Milch- und Filtertüte, wenn Carol Santos die Sachen bearbeitet, sind sie anschließend nicht wiederzuerkennen. Und egal, was die Künstlerin aus welchem Material auch immer jeweils herstellt, es sind alles Unikate. HDK

Weitere Informationen: www.carol-santos.de/.
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