Das Landhaus Lichtenrade verfällt immer weiter

Das historische Landhaus Lichtenrade an der Bahnhofstraße verfällt zusehends, ohne dass eine Lösung in Sicht ist. (Foto: HDK)

Lichtenrade. In der BVV-Bürgerfragestunde wollte Karl Wachenfeld vom Unternehmernetzwerk Lichtenrade vom Bezirksamt jetzt wissen, wie sichergestellt werde, dass die Eigentümerin des Lichtenrader Landhauses ihre Erhaltungsverpflichtung für das Denkmal einhalte, statt durch Wasserschäden im Keller die Standfestigkeit aufs Spiel zu setzen.

Die Antwort der zuständigen Stadträtin für Stadtentwicklung, Sibyll Klotz (Grüne), gibt kaum zu Hoffnung auf den Erhalt der historischen Immobilie Anlass. "Das Bezirksamt beobachtet die Entwicklung des baulichen Zustands seit der Unterdenkmalstellung mit dem Ziel, keinen weiteren Verfall eintreten zu lassen. Aufgrund des schlechten Grundzustands bestehen jedoch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, ordnungsbehördlich einzugreifen", so die Stadträtin. Außerdem beklagt Klotz, dass der Fachbereich Bauaufsicht und Denkmalschutz seit über einem Jahr über nur einen Außendienstmitarbeiter verfügt, der für den gesamten Bezirk zuständig ist. Das letzte Mal wurde das Landhaus im November kontrolliert. Dabei wurde auch Wasser im Keller festgestellt, "aber eine Substanzgefährdung war dadurch nicht gegeben", so Klotz. Zwar sollen voraussichtlich noch in diesem Sommer zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden, "sodass dann auch das Landhaus intensiver überwacht werden kann", kündigt Klotz an, fügt aber gleich einschränkend hinzu, dass dies dem ruinösen Gebäude kaum nützen dürfte. Sibyll Klotz: "Es kann hierbei aber nur um die Abwendung eines weiteren Verfalls gehen. Eine Instandsetzung über den vor April 2012 vorhandenen Verfallszustand hinaus kann mit denkmalbehördlichen Instrumenten nicht erreicht werden."

Im Klartext: Die Eigentümerin kann nicht zu einer Sanierung sondern lediglich zum Erhalt des Ist-Zustands gezwungen werden.

Wie mehrfach berichtet, wurde das in Privatbesitz befindliche und schon seit Jahren leer stehende "Landhaus Lichtenrade" im Februar 2012 nach dem dritten Anlauf unter Denkmalschutz gestellt. Aber außer dass das arg baufällige Gebäude zu Füßen der alten Mälzerei und direkt neben dem S-Bahnhof Lichtenrade zunehmend weiter verfällt, ist seitdem nichts passiert.

Älteren Mitbürgern auch als "Haus Buhr" ein Begriff, wurde das 1894 im Fachwerkstil erbaute Landhaus zunächst als eine Art Probierstube der Mälzerei eröffnet und entwickelte sich dann später als "Landhaus Lichtenrade" schnell zu einer beliebten Ausflugsgaststätte im Grünen vor den Toren Berlins.


Horst-Dieter Keitel / hdk
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.