Gefährliche Schulwege am Stadtrand

Der Schock in Alt-Lichtenrade sitzt tief. (Foto: HDK)

Lichtenrade. Über eine Woche nach dem tragischen Geschehen ist das Entsetzen und die Anteilnahme in der Nachbarschaft nach wie vor groß. Ein Baum am Straßenrand im Bereich der Kreuzung Groß-Ziethener Straße/Alt-Lichtenrade wurde in ein Mahnmal verwandelt.

Wie berichtet, war dort am 17. Januar gegen 7.30 Uhr eine 14-jährige Schülerin auf dem Schulweg beim Überqueren der Groß-Ziethener Straße von einem Pkw angefahren und schwer verletzt worden. Am Abend des 18. Januar ist das Mädchen an den Unfallfolgen gestorben. Wie sich der Unfall genau abgespielt hat, war bei Redaktionsschluss immer noch unklar. Anscheinend hat niemand das Unfallgeschehen mitbekommen. "Wir haben noch keine weiteren Erkenntnisse und suchen immer noch dringend Zeugen", so Polizeisprecher Klaus Schubert zur Berliner Woche. Nachbarin Sabine Hämmerling, Berliner Woche-Leserin und Mutter einer Grundschülerin aus der Groß-Ziethener Straße, berichtet, dass die Ampelanlage bereits einige Tage vor dem Unfall wegen eines Wasserrohrbruchs in der Straße Alt-Lichtenrade außer Betrieb war. "Nun geht sie wieder. Dafür ist andauernd die Ampel bei uns an der Ecke Nahariyastraße abgeschaltet und keiner weiß, warum. Eltern haben Angst, immerhin ist das der Weg der Taunus-Grundschüler. Ich bringe meine Tochter deswegen - auch wenn ihr das überhaupt nicht passt - zurzeit jeden Morgen über die dunkle Straße und nehme dabei natürlich auch die anderen gerade anwesenden Kinder mit", erzählt die besorgte Mutter und schimpft, dass es sas doch wohl nicht sein könne: "Wenn die es nicht schaffen, die Ampel auf die Reihe zu kriegen, dann sollte wie früher üblich, ein Polizist oder Schülerlotsen für einen sicheren Schulweg an viel befahrenen Kreuzungen sorgen. Das wäre ja wohl das Mindeste!"

Das Problem ist der Polizei zwar nicht unbekannt, aber die Zuständigkeit für den Betrieb der Ampeln liegt bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB), erfährt unser Reporter auf entsprechende Nachfrage. Nach Schilderung des Problems erklärt ein freundlicher Herr von der beim Senat angesiedelten VLB, dass für Fälle dieser Art die Alliander Stadtlicht GmbH zuständig sei. Dort erfahren wir durch eine Bandansage, dass das Unternehmen lediglich noch für aktuelle Störungen zuständig sei. Für die Behebung längerfristiger Störungen und Schäden sowie für die Betreuung der öffentlichen Beleuchtung in Berlin insgesamt würde seit 1. Oktober 2011 ein Vattenfall-Unternehmen beauftragt sein. Dort enden wir schließlich in der Warteschleife eine Callcenters. Aber die Berliner Woche bleibt dran. Schließlich ist nicht auszuschließen, dass der Tod der Schülerin in Zusammenhang mit der zum Unfallzeitpunkt ausgefallenen Ampelanlage stehen könnte.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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