Früheres Seniorenheim wird Unterkunft für Flüchtlinge

Lichtenrade. Anfang vergangenen Jahres wehrten sich die Lichtenrader noch gegen die Umwandlung des Georg-Kriedte-Hauses in ein Asylbewerberheim. Nun führt daran wohl kein Weg mehr vorbei.

Wie berichtet, wollte ein privater Investor seit 2011 leer stehende, ehemalige Senioreneinrichtung am Kirchhainer Damm 74 kaufen und in ein Asylbewerberheim umwandeln. Dagegen liefen jedoch zahlreiche Anwohner Sturm. Darunter auch Bewohner des benachbarten AWO-Seniorenheims "Marie Juchacz", die sogar eine Protest-Unterschriftensammlung starteten.

Nun aber, angesichts der dramatisch ansteigenden und kaum noch zu bewältigenden Flüchtlingsströme, soll noch in dieser Woche soll das Georg-Kriedte-Haus zum Flüchtlingsheim umfunktioniert werden, damit die ersten Bewohner einziehen können. Dies teilen das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Gesamtbelegungskapazität von 250 Plätzen wird schrittweise erreicht. "Berlin benötigt dringend weitere Unterkünfte, um Menschen die als Flüchtlinge und Asylsuchende in die Stadt kommen, unterzubringen", lautet der Kernsatz. Bezirksamt und Landesamt appellieren an die Lichtenrader Bevölkerung, "die neue Unterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende positiv zu begleiten".

Zu diesem Zweck ist das Bezirksamt gerade dabei, in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Soziales und dem LaGeSo, eine Veranstaltung vorzubereiten, bei der den Lichtenrader Anwohnern Gelegenheit gegeben werden soll, Fragen zu stellen und sich zu informieren. "Die Menschen werden in der Einrichtung eine Unterkunft finden, bis ihr jeweiliges Verfahren abgeschlossen ist oder sie eine eigene Wohnung anmieten können", so der Plan. Bis dahin werden die Flüchtlinge durch Mitarbeiter vom gemeinnützigen evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) betreut.

Auf das EJF als Betreiber wurden bereits alle Aufgaben, die mit dem Betrieb dieser Gemeinschaftsunterkunft im Zusammenhang stehen, übertragen. In der Einrichtung werden Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Erzieher sowie Wachpersonal beschäftigt sein.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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