Suppenküche startet Onlinepetition zum Erhalt am jetzigen Standort

Die Lichtenrader Suppenküche ist mit ihrem kostenfreiem Essens- und Lebensmittelangebot einmalig im Süden Berlins. (Foto: HDK)
Berlin: Suppenküche Lichtenrade |

Lichtenrade. Wie berichtet, plant das Bezirksamt, die Suppenküche an der Finleystraße 11 zum Jahresende zu schließen und abzureißen. Die Betroffenen setzten letzte Hoffnungen auf eine bis 15. November laufende Online-Petition zwecks Erhalt.

Der Verein Suppenküche Lichtenrade ist mit seinem kostenfreien Essen- und Lebensmittelangebot einmalig im Süden Berlins. Jeder, der kommt, erhält Hilfe, ohne dass Fragen gestellt werden. Und damit soll nun bald Schluss sein. „Und das, obwohl wir die Unterhaltskosten und den Betrieb ohne Steuergelder finanzieren und einen wesentlichen Beitrag zur Sozial- und Jugendarbeit in Lichtenrade leisten. Es tut also nicht Not, uns zu vertreiben!“, heißt es unter anderem in dem Aufruf der Suppenküche an potenzielle Unterzeichner der Petition. Die Unterzeichner fordern die Bezirksverwaltung Tempelhof-Schöneberg auf, eine Lösung für den späteren Verbleib des Vereins, zum Beispiel durch Verlängerung des Mietvertrags, zu finden.

Dagegen sieht sich das Bezirksamt weder in der Pflicht noch in der Lage, die Einrichtung am Rand der John-Locke-Wohnsiedlung zu erhalten. Das Grundstück gehört der evangelischen Kirche, das Gebäude dem Bezirk. Genutzt wird die Immobilie vom Trägerverein des Nachbarschaftszentrums Suppenküche Lichtenrade. Der hat einen noch bis 31. Dezember 2017 befristeten Nutzungsvertrag mit dem Bezirksamt, der nach Lage der Dinge nicht verlängert wird. „Ein bezirklicher Bedarf für die Nutzung des Bungalows liegt gegenwärtig nicht vor. Zudem hat das in Leichtbauweise errichtete Gebäude die Grenze seiner wirtschaftlichen Lebensdauer erreicht, sofern es öffentlich genutzt werden sollte“, erklärte Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) bereits im Mai und verwies auf ein entsprechende Gutachten. Daran hat sich nichts geändert.

Der Flachbau stammt aus den 1970er-Jahren und wurde ursprünglich als Kinderclub gebaut. „Insbesondere hinsichtlich der Sanitäranlagen und der Barrierefreiheit erfüllt das Gebäude nicht den heutigen Anforderungen an die spezifische Nutzung der Suppenküche“, so Oltmann. Die Kosten für Sanierung und Umbau werden auf bis zu 275 000 Euro geschätzt. Die Kosten für den Abriss des Bungalows werden dagegen mit nur rund 130 000 Euro kalkuliert. Im Doppelhaushalt des Bezirks für 2018/19 wurde jetzt 12 000 Euro jährlich als Mietzuschuss für die Suppenküche eingestellt, um die Fortführung an einem anderen Standort zu unterstützen. Das ist der Stand der Dinge.HDK

Die Online-Petition steht unter http://asurl.de/13jo.
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