Neuer Senator hält ebenerdigen Bau der Dresdner Bahn für wahrscheinlich

Lichtenrade. In seiner Jahrespressekonferenz hat der neue Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) quasi eine Bombe platzen lassen. Er sprach sich für eine ebenerdige Führung der Dresdner Bahn durch Lichtenrade aus.

Die Bahn hat zwar die ebenerdige Variante beim Eisenbahn-Bundesamt beantragt, aber noch ist keine Entscheidung gefallen. Geisel hält es für "ziemlich unwahrscheinlich", dass die Gleise, wie von den Lichtenradern gefordert, in einem Tunnel verlegt werden. Er sagt, dass ein Tunnelbau teurer als der von der Bahn vorgesehene ebenerdige Bau mit Lärmschutzwänden wäre und sich die für 2023 angestrebte Inbetriebnahme dadurch weiter verzögern würde. Außerdem wäre die S-Bahn vier Jahre unterbrochen und über die Straßen Lichtenrades würden sich unzählige Lastwagen quälen.

"Senator Andreas Geisel fällt mit seiner Aussage den Lichtenradern in den Rücken", sagt Frank Behrend, Vorsitzender des Grundeigentümervereins Lichtenrade und meint, dass die Begründung "leider von fehlender Ortskenntnis" zeugt und "von falschen Voraussetzungen" ausginge. Der Bau eines Tunnels würde im Schildvortrieb erfolgen, sodass die S-Bahn weitgehend ungestört fahren könne.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak erinnert daran, dass sich der Senat bisher für den Tunnelbau stark gemacht hätte und sich an den Kosten beteiligen wollte. "Im Koalitionsvertrag ist festgelegt, dass sich das Land Berlin beim Bund für eine Tunnelführung im Bereich Lichtenrade einsetzt", so Luczak. Unter der Überschrift "Tempelhof-Schöneberg besteht auf Tunnel für die Dresdner Bahn" haben sich auch die BVV-Fraktionen von CDU, SPD und Grünen eindeutig positioniert. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es unter anderem: "Diese nun von Geisel vorgeschlagene Lösung verstieße nicht nur gegen den Koalitionsvertrag von SPD und CDU, sondern wäre vor allem für die Lichtenrader absolut inakzeptabel. Die bei einer ebenerdigen Trassenführung zu errichtenden Lärmschutzwände würden Lichtenrade in zwei Teile trennen." Die Bürgerinitiative Dresdner Bahn ist fest entschlossen, im Fall einer ebenerdigen Trassenführung den Rechtsweg zu beschreiten.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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