Grundschule am Karpfenteich: Warten auf die neue Turnhalle

Eigentlich sollte die neue Sporthalle für die Karpfenteich-Grundschule schon im Bau sein. Doch noch ist nicht einmal die alte Halle abgerissen. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Seit 2008 hat die Grundschule am Karpfenteich keine Sporthalle mehr. 2010 wurde zwar der Beschluss gefasst, eine neue zu bauen. Doch außer etlichen Fehlern und Hindernissen ist seither nicht viel passiert. Auch in den nächsten Jahren muss die Schule wohl ohne Turnhalle auskommen.

Eine ganze Schulgeneration der Karpfenteich-Grundschule an der Hildburghauser Straße hatte keinen Sportunterricht in einer eigenen Halle. Die Schüler mussten lange Wege an andere Sportstätten in Kauf nehmen. Von Jahr zu Jahr verzögerte sich die Aussicht auf eine eigene Halle.

Nachdem im Jahr 2008 die Halle aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste, dauerte es noch zwei Jahre bis Abriss und Neubau der Halle beschlossen und die Maßnahme in die Investitionsplanung 2011 bis 2015 aufgenommen wurde. Es fand ein Wettbewerbsverfahren statt, das jedoch 2011 wieder aufgehoben werden musste. Zusätzliche Raumwünsche des Schulamtes hatten die Baukosten von 3,6 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro erhöht, teilte Baustadtrat Michael Karnetzki in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung mit. Die Finanzierung war geplatzt und musste neu geprüft werden.

Dann ließ die "vorläufige Haushaltswirtschaft" des Landes im ersten Halbjahr 2012 das Verfahren stoppen. Erst im Herbst 2012 konnte es gestartet werden. Anfang 2013 wurde der Wettbewerb entschieden.

In diesem Jahr hätte mit dem Bau begonnen werden können. Doch ein weiterer Zwischenfall behinderte den regulären Ablauf. "Der Architekt gab den Auftrag im Mai 2014 ohne Begründung zurück", informierte Karnetzki. Dabei hatte er schon ein Jahr an der Vorplanung gearbeitet. Es soll zu Auseinandersetzungen zwischen dem Bezirksamt und der Architekt gekommen sein.

Jetzt müssen rechtliche Fragen geklärt werden. Der Architekt stellt Honorarforderungen. Der Bezirk will dagegen Mehrkosten, die durch den Ausstieg des Architekten entstanden sind, wiederum in Rechnung stellen.

Auf jeden Fall muss ein neues Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden. Das kostet Zeit. Der Sinn eines aufwendigen Vergabeverfahrens für einen Standardbau wie der Turnhalle will Schulstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) nicht einleuchten. Warum für eine Turnhalle ein offener Wettbewerb initiiert werden muss, erschließt sich ihr nicht. Die meisten Teilnehmer des Wettbewerbs hätten noch nie Zweckbauten wie eine Turnhalle gebaut, erklärt die Stadträtin.

Völlig offen ist, wie lange der Bau einer neuen Halle jetzt dauert. Stadtrat Karnetzki wollte keine Aussage treffen. Realistisch wäre Sommer 2018.


Karla Menge / KM
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