Unmut über Wohnbauvorhaben am Asternplatz

In den Häusern der Siedlung Asternplatz werden die Dachgeschosse ausgebaut. (Foto: Tina Merkau)
Berlin: Asternplatz |

Lichterfelde. Die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 hat rund um den Asternplatz einen Bestand von 245 Wohnungen. Die Anlage wurde 1926 errichtet. Durch den Ausbau der Dachgeschosse sollen 64 neue Wohnungen entstehen. Nicht alle Bewohner sind davon begeistert.

Vor allem alteingesessene Mieter lehnen die Pläne ab. „Die Ausbauten verändern alles. Die ganze Wohnkultur wird gemindert“, so die Ansicht besorgter Mieter. Unter anderem verlören sie durch den Dachgeschoss-Ausbau Abstellmöglichkeiten, es müssten Keller für die neuen Bewohner geräumt werden und die ohnehin knappen Parkplätze mit dem Zuzug neuer Familien noch knapper. Sie bezeichnen die 20 Millionen Euro-Investition als „rausgeschmissenes Geld“.

Der Vorstand der Genossenschaft versteht den Unmut nicht. „Schon Ende Oktober 2016 hat es Bewohnerversammlungen gegeben. Es hat sich kein Mitglied gegen den Ausbau ausgesprochen. Im Gegenteil, einige Bewohner haben sich schon für eine Dachgeschosswohnung beworben“, erklärt die Sprecherin des Verbandes der Berliner Wohnungsbaugenossenschaften Monika Neugebauer. Sicher müssten die Bewohner in der Bauphase auch Lärm und Schmutz ertragen. Sie profitierten aber auch von dem Vorhaben. „Die Häuser bekommen neue Fassaden und neue Treppenhäuser mit einer modernen Spülluftanlage, die im Brandfall die Sicherheit der Bewohner enorm erhöht und Neubaustandard entspricht.“ Zudem werden die Treppenhäuser renoviert und der Innenhof attraktiver gestaltet. Am Erscheinungsbild der Häuser soll sich nichts Wesentliches ändern. Es werden Dachfenster und Gauben eingebaut. Der bestehende Dachstuhl bleibe erhalten und auch die Form des Daches soll sich kaum ändern.

Die Genossenschaft, die in ganz Berlin zur Zeit 6800 Wohnungen und über 14 000 Mitglieder hat, sieht den Dachausbau als sinnvolle Alternative zu den Neubauten, die in Berlin wegen mangelnder oder zu teurer Grundstücke nur begrenzt möglich sind.

Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Abschnitten. In diesem Jahr sollen durch den Ausbau der Dachgeschosse 36 neue Wohnungen entstehen, im nächsten Jahr 28. KaR
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Günter Polett aus Lichterfelde | 13.04.2017 | 14:57  
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