Bonsai-Kenner stellen am 9. und 10. Mai im Botanischen Garten aus

Für den perfekten Schnitt an der japanischen Ulme braucht Uwe Fistler Zeit und Ruhe. (Foto: Ulrike Kiefert)

Lichterfelde. Am Sonnabend und Sonntag, 9. und 10. Mai, können im Botanischen Garten Berlin wieder kunstvoll gestaltete Minibäume bewundert werden. Der Bonsaiclub-Berlin zeigt sie schönsten Exemplare asiatischer Gartenkunst. Auch die Clubmitglieder Uwe Fistler und Nicola Hackmann sind mit ihren Gewächsen dabei.

Drähte, einen grünen Daumen und viel Geduld benötigen Uwe Fistler und Nicola Hackmann für ihr Hobby. Die beiden beschäftigen sich mit Bonsais und räumen als echte Kenner auch gleich mit einem gängigen Vorurteil auf: Jeder Baum kann zum Bonsai werden. Man muss ihn nur richtig pflegen. Wer Uwe Fistler nach seinem ersten Bonsai fragt, erntet ein Schmunzeln. "Das war ein Gelbbaum. Den hatte ich bei einer Pflanzenmesse am Funkturm gewonnen." Heute, 30 Jahre später, braucht es mehr, damit er stolz ist: Bäume mit filigranen Ästen, ausgefallenen Formen, interessanter Herkunft. Wie die Zirbelkiefer. Oder eine Japanische Ulme, deren Äste sich gen Krone vervielfachen.

Über 70 Bonsais von Kiefer bis Wacholder stehen auf der Terrasse von Uwe Fistler und seiner Lebensgefährtin Nicola Hackmann. Die meisten ihrer Bäume sind gekauft. Wenn man sie selbst anpflanzt, dauert es Jahre, bis es richtig losgehen kann. Sind die Bäume noch klein, wird ein Draht um das Holz herum angebracht. Er gibt vor, wo es hingehen soll. In welche Richtung der Baum wachsen, wie groß er werden und wie das Geäst angeordnet sein soll. "Deshalb sind Bonsais so faszinierend. Weil man sie selbst gestaltet. Dann heißt es abwarten", sagt Uwe Fistler. Der 62-Jährige liebt sein Hobby. Es beruhigt ihn. Und Ruhe braucht er für den entscheidenden Schnitt. Um ihre Bäume zu pflegen und zu formen, arbeiten die beiden von Mai bis Oktober täglich im Terrassengarten ihrer Charlottenburger Wohnung. Jeder Baum bekommt eine individuelle Behandlung. "Die Bonsai-Pflege ist eine Lebensaufgabe", sagt Nicola Hackmann. Anfängern empfiehlt sie, mit dem heimischen Feldahorn zu beginnen. Der älteste Bonsai, der ihr gehört, ist eine 55 Jahre alte Rotbuche. Diesen Baum und 20 weitere Gewächse nehmen die beiden am 9. und 10. Mai in den Botanischen Garten mit. Dort stellt der Bonsaiclub Berlin im Neuen Glashaus von 9 bis 19.30 Uhr liebevoll gepflegte, einheimische und exotische Bonsais aus.

Bei fachkundigen Führungen können Besucher mehr über die kleinen Bäume und deren Gestaltung erfahren. Die Mitglieder des Bonsaiclub-Berlin beantworten Fragen zur und geben nützliche Tipps zum Thema Bonsaipflege. Es können auch eigene Bonsaibäume mitgebracht werden. So kann ganz praktisch am Objekt beraten werden.

An beiden Veranstaltungstagen zeigen Experten live, wie die Minibäume gestaltet werden können. Bäumen, Schalen, Werkzeug und Zubehör für die Bonsaikultur werden zudem zum Kauf angeboten.

Bonsaiausstellung im Botanischen Garten, 9. und 10. Mai, 9 bis 19.30 Uhr, Eingänge Königin-Luise-Platz und Unter den Eichen. Eintritt: sieben Euro, ermäßigt vier Euro plus Garteneintritt von sechs Euro, ermäßigt drei Euro.

Karla Menge / uk, KM
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