Dank des Eigentümers steht Villa Huntemüller am Marienplatz unter Denkmalschutz

Die Villa Huntemüller ist ein wahres Schmuckstück geworden. (Foto: K. Rabe)
 
Die alte Villa am Marienplatz ist beispielhaft für die ersten Bauten der Villenkolonie Lichterfelde. (Foto: K. Rabe)
Berlin: Villa Huntemüller |

Lichterfelde. Wird ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, ist das für den Eigentümer nicht immer eine frohe Botschaft. Vor allem wenn es sich um ein Wohnhaus handelt. Denn eine Unterschutzstellung geht immer mit Auflagen und Verpflichtungen einher. Der neue Eigentümer der Villa Huntemüller am Marienplatz hatte keine Angst vor dem Denkmalschutz. Er beantragte selbst die Aufnahme der Villa in die Denkmalliste.

Als der heutige Eigentümer das Haus am Marienplatz erwarb, war es in einem bedauernswerten Zustand. Der halbrunde Anbau aus den 1920er-Jahren war durch den Krieg zerstört worden. Die Klinkerwand wurde verputzt und mit einer neuen Öffnung versehen.

Auch im Innern war von der einstigen Gestaltung nichts mehr vorhanden. Die Decken im Erdgeschoss waren abgehängt und die Oberlichter zugemauert. Fast nichts entsprach mehr dem historischen Zustand der Villa, die der königliche Bauinspektor Huntemüller von 1883 bis 1884 für seine Familie erbauen ließ. Sie gehört zu den frühesten noch erhaltenen Bauten der von Johann Anton Wilhem von Carstenn angelegten Villenkolonie Lichterfelde und befindet sich im ältesten Teil der Kolonie. Gerade in diesem historischen Gebiet seien durch den Krieg viele der Häuser aus dem 19. Jahrhundert zerstört worden, informiert die Untere Denkmalschutzbehörde. Die Villa Huntemüller ist also exemplarisch für die erste Bauphase um 1880.

Das Anliegen des neuen Eigentümers war es, das historische Gebäude der Nachwelt zu erhalten. Schon kurz nach dem Kauf nahm er Kontakt mit dem Landesdenkmalamt auf, um den Denkmalwert prüfen zu lassen. Die Villa wurde begutachtet und es wurde festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Eintragung in die Denkmalliste gegeben sind: Der Erhalt des Gebäudes liegt wegen seiner städtebaulichen als auch künstlerischen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit.

In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde wurde ein Restaurierungskonzept erarbeitet. Dabei ging es darum, möglichst viel originale Bausubstanz zu erhalten und das bauzeitliche Bild der Villa zurückzugewinnen. Nachdem die abgehängten Decken entfernt wurden, kam die ursprüngliche Raumhöhe zum Vorschein. Die zugemauerten Oberlichter der Fenster wurden geöffnet. Ein Restaurator ermittelte die ursprüngliche Farbgebung für das Treppenhaus und alle Außenbauteile.

In der ehemaligen Küche konnten die originalen Steinzeugfliesen und im Treppenhaus die historische Prägetapete freigelegt werden. Aber es gab auch böse Überraschungen: Teile von Dachkonstruktion und Mauerwerk waren von Hausschwamm befallen. Das sorgte für erheblich höhere Baukosten. Da war es gut, dass der Bauherr durch die Eintragung in die Denkmalliste von Steuererleichterungen profitieren konnte. Doch in erster Linie ging es dem Eigentümer darum, mit der umfangreichen Sanierung ein Kleinod im Kiez zu erhalten. Der Neuzugang in der Denkmalliste ist von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Oktober zum Denkmal des Monats gekürt worden. KaR/Quelle: Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf
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