Denkmal des Monats: Das Landhaus Rummel strahlt Bescheidenheit aus

Das Landhaus Rummel ist Denkmal des Monats. (Foto: K. Menge)
Berlin: Landhaus Rummel |

Lichterfelde. Der Architekt Heinrich Straumer baute so bekannte Gebäude wie das Martin-Niemöller-Haus und den U-Bahnhof Thielplatz. Das Landhaus Rummel in der Promenadenstraße 15B nimmt sich da eher bescheiden aus. Dennoch wurde der rote Backsteinbau zum Denkmal des Monats erkoren.

In Steglitz-Zehlendorf hat Straumer über 20 Bauten errichtet. Was kaum jemand weiß: Straumer hat auch den Berliner Funkturm entworfen, der 1926 errichtet wurde. Der 1867 in Chemnitz geborene Architekt studierte in Dresden bei Paul Wallot, dem Erbauer des Berliner Reichstagsgebäudes. 1903 siedelte er nach Berlin über. Hier verwirklichte er bis zu seinem Tod 1937 ein breites Spektrum unterschiedlichster Gebäude. Heinrich Straumer gilt als ein Vertreter der gemäßigten Moderne. Er baute neben zahlreichen Wohnhäusern im Landhausstil auch Geschäftshäuser, Kaufhäuser, Bankgebäude, Wohnanlagen sowie verschiedenste technische Bauten. Sein bekanntestes Werk blieb der Funkturm.

Neben Hermann Muthesius gehörte Straumer zu den Protagonisten der Landhausbewegung. Der Bau von Einfamilienhäusern blieb zeitlebens seine Hauptaufgabe. In Lichterfelde gibt es drei von Straumer entworfene Landhäuser: In der Ringstraße 89 und in der Augustastraße 23. Das Landhaus Rummel in der Promenadenstraße ist das einzige im Ortsteil Lichterfelde Ost. Es wurde 1924 von Hauptmann a.D. Otto Rummel in Auftrag gegeben. Obwohl das Haus eines der bescheidensten der Straumerschen Landhäuser ist, weist es doch alle Merkmale seiner typischen Architektursprache auf: solide Bauweise, Sprossenfenster, außenliegende Kamine und hölzerne Vorbauten.

Die schlichte, kastenförmige Straßenansicht verzichtet auf jegliche Repräsentation. Ausnahme bilden das Rundbogenportal und der Fachwerk-Erker. Dafür gibt es auf der Gartenseite einen großen Giebel, der die Ausrichtung zum Garten betont. Straumer, der sich stets um eine Einheit von Gebäude, Garten und Ausstattung bemühte, arbeitete bei der Gartengestaltung mit namhaften Gartenplanern zusammen. Die Ausstattung der Häuser bis hin zu den Türbeschlägen lag aber allein in den Händen des Architekten.

Das Haus ist weitgehend im Originalzustand mit zahlreichen bauzeitlichen Details erhalten. In der Küche sind neben den originalen Boden- und Wandfliesen ein bauzeitlicher Küchenschrank und die von Straumer entworfene Sitzecke noch vorhanden. Das Gebäude wird seit über 50 Jahren von der Mennonitengemeinde genutzt und instand gehalten.


Karla Menge / KM, Quelle: Denkmalsc
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