Ein Kaktus und die große Liebe: Steglitzer Autor veröffentlich ersten Roman

Für seinen ersten Roman verbrachte Christopher Lück viele Stunden im Kakteenhaus des Botanischen Gartens. Hier lies er sich inspirieren. Foto: K. Rabe (Foto: K. Rabe)

Lichterfelde. Der 148er, die S 1, das Blumenviertel und ganz besonders das Kakteenhaus im Botanischen Garten haben Christopher Lück beim Schreiben seines ersten Romans inspiriert. Wer Steglitz kennt, wird den einen oder anderen Schauplatz in Lücks Liebesgeschichte wieder erkennen.

„Ich bin in Lichterfelde West aufgewachsen, habe die Konrad-Grundschule und das Heese-Gymnasium besucht und an der Freien Universität studiert. Ich kenne den Bezirk“, sagt Lück. Naheliegend also, dass er seinen Helden Gerd Gerthner im Roman „Emma, der Kaktus und ich“ an Steglitzer Schauplätzen die Irrungen und Wirrungen der Liebe erleben lässt. Ein Steglitz-Roman sei sein Buch aber nicht, betont der 37-Jährige.

Lück erzählt in seinem Roman auf sehr erfrischende und witzige Weise von dem liebenswürdigen Traumtänzer Gerd. Der Möchtegernschriftsteller hat wenig bis überhaupt kein Glück bei Frauen. Bis der Zufall ihm zu Hilfe kommt. Als Gerd im Botanischen Garten therapeutische Unterstützung für seinen vertrockneten Kaktus „Nopsi“ sucht, trifft er auf eine eigenwillige Gärtnerin: Emma. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Emma wird schwanger und alles könnte so schön sein. Doch dann kommt es zu einem blöden Missverständnis und sie schmeißt Gerd samt Kaktus aus der gemeinsamen Wohnung. Ohne seine große Liebe möchte Gerd nicht mehr weiter leben. Für ihn gibt es nur einen Ausweg: sich an einer Palme im Botanischen Garten aufzuhängen und in letzter Sekunde von Emma gerettet zu werden. Doch der Plan geht nicht auf.

„Es gibt natürlich ein Happy-End“, verspricht der Autor. Doch bis dahin lernt der Leser den Protagonisten und seine verzweifelten und mitunter skurrilen Versuche, die Liebe zu finden, näher kennen. Zwar sei die Geschichte komplett seiner Fantasie entsprungen, dennoch steckten in etlichen Szenen Gedanken, Gefühle und Beobachtungen von ihm persönlich drin. „Und Gerds liebevoll-kauzige Oma folgt einem Vorbild in der Realität“, räumt der Steglitzer Autor ein.

Zu der Geschichte angeregt wurde Lück durch die vielen kleinen Bruchstücke auf seiner Festplatte. „Ich hatte schon einen Haufen Gedichte und vor allem lustige Kurzgeschichten geschrieben. Die wollte ich zu einem Gesamtwerk zusammenfassen“, erklärt er. Eine Geschichte konsequent von Anfang bis Ende zu erzählen und dabei den roten Faden zu behalten, sei eine ganz besondere Herausforderung gewesen. „Ich habe morgens um 5 Uhr vor der Arbeit geschrieben, am Wochenende, in der Nacht. Einen Roman zu verfassen ist schon etwas anderes als eine Kurzgeschichte.“

In weiten Teilen spielt die Geschichte im Botanischen Garten. Hier ist er auch größtenteils entstanden. „Ich war bestimmt zwanzig Mal hier und habe mir ein Plätzchen zum Schreiben gesucht. Meistens saß ich im Kakteenhaus. Das ist eine tolle und anregende Umgebung, um sich Geschichten auszudenken.“

Dass sein erster Roman ausgerechnet ein Liebesroman werden sollte, sei keine bewusste Entscheidung gewesen. „Das ganze Material ging halt in Richtung Liebeskomödie. Mit Eifersucht, Fremdgehen, Herzschmerz, Sex und der Suche nach Liebe. Das ist doch eine wunderbare Spielwiese für Autoren!“

Entstanden ist kein klassischer Liebesroman. Der Autor erzählt mit einem Augenzwinkern und aus sehr männlicher Sicht: frech, kurzweilig und nur ein ganz kleines bisschen romantisch. Eine nette Lektüre für zwischendurch. KaR

„Emma, der Kaktus und ich“ ist als Taschenbuch, 7,99 Euro, im Goldmann-Verlag erschienen.
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