Lyrik trifft auf Berliner Stadtansichten

Petrus Akkordeon las zur Ausstellungseröffnung seine lyrischen Gedanken zu Berlinfotografien vor. (Foto: K. Menge)
Berlin: Petrus-Kirche |

Lichterfelde. Schwarzweiß Fotografien, die Szenen, Momente und Begegnungen in Berlin wiedergeben. Dazu lyrische Texte als Interpretationen der Bilder. „Sprachbilder /Bildsprachen: Berliner Stadtansichten“ heißt die Ausstellung, die in der Petrus-Kirche am Oberhofer Platz zu sehen ist.

Es sind Alltagszenen und Momentaufnahmen wie sie täglich in Berlin zu erleben sind. Festgehalten wurden sie von den Fotografen Thomas Klingberg, Hilli und Peter Zenker. Der Steglitzer Aktionskünstler, Illustrator und Poet Petrus Akkordeon hat seine Gedanken dazu in lyrische Gedichte gefasst und seine Texte den Bildern gegenübergestellt.

Die Bilder erzählen von den Menschen in der Großstadt: den Obdachlosen in seiner Klamottenburg, Demonstrationen, den Gemüsehändler aus dem Kiez, Straßenszenen, Porträts. Zu allen Fotografien erzählt Akkordeon kleine poetische Geschichte. Von Liebe und Glück, Einsamkeit und Hoffnung, Armut und Konsum, Leben und Tod.

Die Projektidee stammt von Petrus Akkordeon. “Er hat eine Fotografie von mir auf einer der Social-Media-Plattformen mit den Worten ,Fotobuch mit Gedichten?' kommentiert“, sagt Thomas Klingberg. Noch am selben Abend hätte das Konzept gestanden. Hilli und Peter Zenker, die bereits 2014 gemeinsam mit Klingberg ausstellten, nahmen die Einladung zum Mitmachen gleich an. „Wir haben ähnliche Ansichten was Ethik, Inhalt und Bildsprache im Bereich der Sozialdokumentation betrifft“, erklärt der Fotograf Peter Zenker.

Petrus Akkordeon ist im Bezirk kein Unbekannter. Er erreichte eine breite Öffentlichkeit durch Lesungen und Ausstellungen sowie durch seine Urban-Guerilla-Gardening Aktionen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit ist die direkte Vermittlung von Lyrik und Poesie. Akkordeon sieht sich als Lyrikvermittler.

Er bringt seine Texte gern an ungewöhnlichen Orten zu den Menschen. So las der Steglitzer in anrufbaren Telefonzellen, steckte kleine Schildchen mit Mini-Gedichten an den Wegesrand zwischen Kopfsteinpflaster oder ließ kleine Briefchen mit seinen Gedichten irgendwo in Berlin fallen.

Die Ausstellung in der Petrus-Kirche ist noch bis 8. September mittwochs und sonnabends von 10-13 Uhr und vor und nach allen Kulturveranstaltungen in der Petruskirche zu sehen. KM

Weitere Informationen auf www.petrus-kultur.de.
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.