Steglitz Museum präsentiert zeitgleich drei Ausstellungen

Petra Helfrich sammelt Puppen. Die schönsten Stücke stellt sie jetzt im Steglitz Museum aus. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Ulrich Thomas sammelt Kakaokannen und Services aus den 1920er-Jahren, Petra Helfrich hat sich dem Sammeln von Puppen und Puppenhäusern auch aus der Zeit der Jahrhundertwende verschrieben. Die beiden zeigen ab 31. August ihre Schätze im Steglitz Museum.

An die 700 Vasen, Keksdosen, Tee- und Kaffeeservices hat Ulrich Thomas in 40 Jahren gesammelt. Im Steglitz Museum sind vor allem Stücke aus den Manufakturen Gräfenroda und Leuchtenburg zu sehen. Ihn faszinierten, wie sich die Formenmerkmale des Kubismus in der Keramik aus dieser Zeit wiederfinden

"Auf Flohmärkten suchte ich dann nach Stücken mit den Dekoren im Bauhausstil", erklärt Thomas. Doch spätestens nach der ersten großen Ausstellung mit Keramiken aus der Zeit der Weimarer Republik im Jahr 1985 wurde die Sammelleidenschaft des Lichterfelders zu einem kostspieligen Hobby. Händler oder Besitzer solcher Stücke waren sich plötzlich deren Wertes bewusst. Er konzentrierte sich auf die Manufakturen Gräfenroda und Leuchtenburg.

"Viele Dekore erinnern stark an Wassily Kandinskys Malerei", sagt Ulrich Thomas und weist darauf hin, dass der Bauhaus-Künstler einige Zeit in Steglitz Südende gelebt hat.

Die Formen und Farben des Bauhauses fand man damals in vielen Haushalten. "Es gab kaum eine Manufaktur, die in den Jahren von 1920 bis 1930 den Bauhaus-Stil nicht aufgegriffen hat", erläutert Thomas. Im Zuge des Bauhausverbotes wurden auch die "kühnen Dekore" immer weniger. Spätestens 1938 waren sie vollends verschwunden und wurden durch unverfängliche Blümchenmuster ersetzt.

Parallel zur Hauptausstellung "Die Avantgarde im Service" zeigt Petra Helfrich eine Vielzahl ihrer antiken Puppen, Künstlerpuppen und Puppenhäuser. Die Berlinerin war schon als kleines Mädchen von alten Puppen fasziniert. Doch damals durfte sie die Kostbarkeiten nicht berühren. Als sie später ein kleines Porzellanpüppchen erbte, begann ihre Sammelleidenschaft.

Inzwischen besitzt sie rund 50 alte und unzählige neue Puppen. Wobei mit neuen Puppen, reproduzierte Puppen gemeint sind. Im Steglitz Museum stellt sie 35 antike Puppen und 20 Künstlerpuppen aus. Dazu sind alte Puppenstuben und Puppenhäuser zu sehen. Die meisten Puppen und Puppenhäuser stammen aus der Zeit um 1910-1920.

In einer dritten Schau sind Zeichnungen und Malerei von Lilla von Puttkamer zu sehen. Ihre Bilder, die den Mensch mit seinen Leidenschaften zum Mittelpunkt haben, schaffen einen Verknüpfungspunkt zu den beiden anderen Ausstellungen.


Die Eröffnung findet am Sonntag, 31. August, um 15 Uhr statt. Die drei Ausstellungen sind Di-Fr und So 15 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Steglitz Museum, Drakestraße 64A, 833 21 09 und www.heimatverein-steglitz.de.

Karla Menge / KM
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